Pflanzenwurzeln als natürlicher Luftreiniger

Diese Erfindung erscheint auf den ersten Blick ziemlich unspektakulär. Es handelt sich um einen schlichten Blumentopf mit Schlitzen im unteren Bereich. Doch der Topf namens „Airy“ soll auf natürliche Weise für gute Luft im Haus sorgen.

AIRY: Allein mit der Kraft der Pflanze die Raumluft reinigen
AIRY: Allein mit der Kraft der Pflanze die Raumluft reinigen (Bildquelle: www.airy.de)

Das Crowdfunding war jedenfalls erfolgreich: Helge Knickmeier bekam für den Produktionsstart seiner Erfindung mehr als die erhoffte Summe von 100 000 Euro zusammen. Nun wird der neuartige Blumentopf in verschiedenen Ausführungen hergestellt. Im Dezember soll die Auslieferung beginnen. Anzusehen und zu bestellen ist der Airy bereits jetzt im Internet unter www.airy.de

Pflanzenwurzeln als Filter

Die Luftreinigung funktioniert dabei denkbar einfach: Statt wartungsintensiver Filtersysteme übernimmt eine Pflanze die komplette Arbeit. Allerdings wird die Luft nicht nur über die Blätter, sondern vor allen Dingen auch über die Wurzeln der Pflanze gesäubert. So können wesentlich mehr Schadstoffe aus der Raumluft gebunden werden als bisher.

Ein AIRY ersetzt acht normale Töpfe
Ein AIRY ersetzt acht normale Töpfe (Bildquelle: www.airy.de)

Gerade für Büros dürfte sich eine effektive, natürliche Raumluftverbesserung anbieten. Denn hier gibt es häufig Ausdünstungen aus Möbeln, Teppichböden, Computern oder Druckern. Klimaanlagen sollen zwar auch Schadstoffe aus der Luft filtern. Sie müssen aber sehr gut gewartet werden, um ihren Zweck zu erfüllen. Zudem klagen nicht wenige Menschen über Probleme mit der von Klimaanlagen versorgten Raumluft.

Pflanzen sorgen dagegen für ein angenehmes Raumklima, da sie Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln und als Feuchtigkeitsspender fungieren. Gleichzeitig filtern sie Schadstoffe aus der Luft. Allerdings müssten ziemlich viele Pflanzen aufgestellt werden, um die Büroluft effektiv zu reinigen. Hier nun setzt die Erfindung von Helge Knickmeier an, die auch das Wurzelwerk der Pflanzen mit einbezieht. Das ist nämlich besonders effektiv, wenn es um die Aufnahme von Schadstoffen geht. So sind weniger Pflanztöpfe nötig.

Reinigung mit Kamineffekt

Die Luftschlitze im unteren Bereich des Airy-Blumentopfs ziehen die Umgebungsluft an. So gelangt die Luft zunächst an die Wurzeln der Pflanze, wo die Schadstoffe gespeichert werden. Oben tritt die dann sauberere Luft wieder aus dem Pflanztopf heraus. Wie dieser Kamineffekt funktioniert, zeigt ein Versuchsaufbau mit Disconebel.

Hier wurde in einen abgeschlossenen Raum Disconebel geleitet. Dieser wird unten in den Pflanzentopf hineingezogen und tritt oben sichtbar wieder aus. Im Zeitraffer ist dieser Effekt noch besser zu erkennen:

Eigene Tests des Unternehmens ergaben, dass eine Pflanze im Airy achtmal so viele Schadstoffe aus der Luft bindet wie die gleiche Pflanze im herkömmlichen Blumentopf. Die Wirksamkeit der Erfindung hat auch der TÜV Nord bestätigt. Und der Fernsehsender MDR hat den Airy in einem nicht belüfteten Raucherraum getestet und festgestellt, dass die aufgestellten Pflanzen das Formaldehyd komplett aus der Luft filtern konnten.

Palmen und Orchideen

In der Raumluft können sich viele Gift- und Schadstoffe tummeln. Manche Pflanzen sind besonders gut in der Lage, diese zu filtern und zu speichern. Für den Airy eignen sich nach Angaben des Erfinders besonders Orchideen und Palmen. Sie sind sehr gut in der Lage, Schadstoffe in ihren Wurzeln zu speichern.

Für das Büro dürften normalerweise eher anspruchslose Palmen als Orchideen infrage kommen. Allerdings verspricht der Airy-Pflanzentopf nicht nur gute Raumluft, sondern auch einen mitgelieferten grünen Daumen. Der Wassertank muss nur selten aufgefüllt werden, während die Pflanzen mit der Wurzelbelüftung besonders gut gedeihen. Ein optisch ansprechenderes Luftreinigungssystem dürfte schwer zu finden sein.

Quelle:

green.wiwo.de – Airy: Der Blumentopf als Luftreiniger

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