Selbstversorgung mit Zimmerpflanzen

Große Gärten in städtischen Siedlungsgebieten sind äußerst rar. Wer in der Stadt wohnt, hat meistens nur einen Balkon oder eine Terrasse zur Verfügung – wenn überhaupt irgendeine Freifläche. Dennoch ist der Anbau von Nutzpflanzen möglich.

 

Voraussetzungen für die Haltung von Nutzpflanzen in bewohnten Innenräumen sind große Fenster – möglichst nach Osten, Westen oder Süden – und reichlich Stellflächen. Welche Pflanzen gedeihen nun im Zimmergarten? Es kommt natürlich immer auf die Sorte an, aber grundsätzlich sind mit den folgenden Pflanzenarten schöne Erfolge zu erzielen:

Paprika und Chili: Sie benötigen sehr wenig Platz, denn sie gedeihen auch in kleinen Töpfen und wachsen schmal in die Höhe. Man hält sie üblicherweise nur einjährig und zieht jährlich neue Pflanzen aus den Kernen.

Gundelrebe: Das würzige Wildkraut wuchert nicht nur im Freien, sondern gerne auch im Zimmer – im Sommer ebenso wie im Winter.

Currykraut: Es heißt auch italienische Strohblume und ist bei uns wenig bekannt. Es sieht sehr dekorativ aus mit seinen schmalen, silbrigen Blättern – ähnlich wie Rosmarin. Man benötigt nur wenig davon, wenn man es als Gewürz verwendet. Den curry-artigen Geruch muss man allerdings mögen, denn er schlägt sich in der Raumluft nieder.

Aloe Vera: Die Sukkulente ist wegen des durchsichtigen Gels begehrt, das sich im Inneren der dicken Blätter befindet. Das Gel ist essbar, wird aber auch gerne für die Körperpflege verwendet.

Brasilianischer Sauerklee: Die zarte Pflanze mit den großen violett-roten Kleeblättern ist eigentlich zu schön zum Essen. Gelegentlich ein Blatt als Salat-Dekoration ist okay.

Basilikum: Das bekannte Gewürzkraut lässt sich leicht vermehren und wächst rasant im Frühling und Sommer. Obwohl es mehrjährig ist, ist es nicht sinnvoll, es über den Winter zu halten.

Schnittknoblauch: Das feine Gras-Pflänzchen sieht ähnlich wie Schnittlauch aus, hat aber flache statt runde Halme. Es ist mehrjährig und geht im Winter nicht ein, stagniert jedoch und gibt erst im Frühling wieder Gas.

Speise-Chrysanthemen: Die Blüten und Blätter sind nicht nur für Tee geeignet, sondern auch als Gemüse verwendbar. Der Duft ist so intensiv, dass er sich in der Raumluft bemerkbar macht.

Kapuzinerkresse: Sie wird im Zimmer zwar nicht so groß wie im Freien, kommt aber gut durch den Winter.

Stevia: Das Süßkraut legt zwar eine Winterpause ein, treibt aber verlässlich im Frühling wieder neu aus.

Physalis: Die Andenbeere fühlt sich sehr wohl im Innenraum, braucht aber viel Platz, um sich voll entfalten zu können.

Tomaten: Auch sie benötigen relativ viel Platz, Sonne und Wärme. Ein Dachfenster ist von Vorteil, aber als Winter-Pflanzen sind sie definitiv nicht geeignet.

Wenn der Platzbedarf kein Problem ist, sind auch Kübel-Tomaten eine Option. Foto (C) Carl Johan Crafoord / flickr CC BY 2.0
Wenn der Platzbedarf kein Problem ist, sind auch Kübel-Tomaten eine Option. Foto (C) Carl Johan Crafoord / flickr CC BY 2.0

 

Malaber-Spinat: Die dekorative Kletterpflanze gedeiht auch in Innenräumen. Die herzförmigen Blätter lassen sich wie Spinat verwenden. Weitere Bezeichnungen sind Indischer Spinat und Ceylon-Spinat.

Getreide-Gräser: Weizengras, Gerstengras, Kamutgras, Dinkelgras und Hafergras lassen sich auf jeder Fensterbank ziehen – auch im Winter – und für Grassäfte oder grüne Smoothies verwenden. Die Körner brauchen nach dem Keimen zirka 10 Tage, bis erntereifes Gras entsteht. Es muss auf jeden Fall geerntet werden, bevor Halme entstehen.

Sprossen und Keimlinge aus Samen:  Viele Samen sind für die Sprossen-Zucht geeignet. Zum Beispiel Kresse, Radieschen, Rotkraut, Bockshornklee, Alfalfa, Brokkoli, Kohlrabi, Rettich, Knoblauch, Karotten, Goldzwiebeln, Leinsamen, Senf, Chia, Fenchel, Lauch und Rukola (Salatrauke).

Sprossen und Keimlinge aus Kernen: Damit Kerne keimfähig bleiben, dürfen sie weder geschält noch erhitzt werden. Leider findet man viele Kerne nur geschält im Supermarkt und daher man muss sich im Fachhandel keimfähige Kerne besorgen. Zum Beispiel Sonnenblumenkerne, Quinoa, Amaranth und Buchweizen.

Sprossen und Keimlingen aus Hülsenfrüchten: Erbsen, Kichererbsen, Mungbohnen, Linsen, Süßlupinen, Sojabohnen und Adzukibohnen gehören zu den gängigsten Arten, die sich in Sprossengläsern oder Schalen heranziehen lassen. Die Keimlinge sind genussfertig, noch ehe sich die Keimblätter entfalten.

Pilze: Das Züchten von Pilzen ist sehr einfach, wenn man fertige Pilz-Substrate verwendet. Champignons, Austernpilze, Zitronenseitlinge und Shiitake-Pilze zählen zu den beliebtesten Arten für die Aufzucht in Innenräumen.

Gurken: Sie nehmen sehr viel Platz ein, aber wenn man einen einen Wintergarten oder hellen Platz übrig hat, gedeihen sie auch in der Wohnung.

Zitrusfrüchte: Hier sind Zitronen, Kumquat, Zwerg-Orangen, Mandarinen und Ananas zu nennen.

Alle Pflanzen, die in Gewächshäusern gedeihen, sind grundsätzlich auch für Wohnungen geeignet, wenn die Räume hell genug sind. Wer keine Platzprobleme hat, kann sogar Bananen, Kürbisse und Melonen anbauen. Auch Süßkartoffel, Erdnüsse, Rote Bete, Zwiebeln, Fetthennen, Eisenkraut, Zitronengras, Olivenkraut, Rosmarin, Minzen und Sauerklee sind einen Versuch wert. Pflücksalate, Petersilie, Löwenzahn und Erdbeeren gedeihen besser auf Außen-Fensterbänken.

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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