Skandinavischer Wohnstil: Merkmale nordischen Wohnens

Der skandinavische Wohnstil gehört zu den zehn beliebtesten Einrichtungsstilen in Deutschland. Was sind die Gründe dafür und welches sind die typische Merkmale nordischen Wohnens? Außerdem erfahrt ihr, warum sich der skandinavische Wohnstil besonders gut mit Feng Shui vereinbaren lässt.

Den größten Teil des Jahres lautet das Motto vieler Skandinavier: Heute bleibe ich lieber zu Hause - trotz des schönen Ausblicks auf eine verschneite Veranda in Südschweden
Den größten Teil des Jahres lautet das Motto vieler Skandinavier: Heute bleibe ich lieber zu Hause - trotz des schönen Ausblicks auf eine verschneite Veranda in Südschweden (Foto: Joopey)

Nordisch Wohnen liegt, IKEA sei’s gedankt, seit Jahren im Trend. Wer mit dem Gedanken spielt, sein Haus oder seine Wohnung „typisch skandinavisch“ einzurichten, sollte sich bei Gestaltung der Wohnräume jedoch lieber nicht an gelb-blauen Einrichtungshäusern orientieren, sondern sich zunächst einmal vergegenwärtigen, unter welchen Bedingungen die meisten Skandinavier den größten Teil des Jahres leben: Die Sommer sind kurz, die Winter dagegen lang, kalt und dunkel. Weite Teile Skandinaviens sind sehr dünn besiedelt, Großstädte existieren im Grunde nicht. Die Menschen leben naturverbunden. Diese Naturverbundenheit findet sich überall in original skandinavischer Architektur und Inneneinrichtung wieder und ist auch der wesentliche Grund dafür, warum sich der skandinavische Wohnstil ausgezeichnet mit Feng Shui vereinbaren lässt.

Frage: Was genau zeichnet den skandinavischen Wohnstil aus?

Architektonische Merkmale

  • natürliche Baumaterialien, viel Holz – vom Boden bis zur Decke
  • häufig: Baumstammhaus, Blockbohlenhaus oder Holztafelbauweise
  • niedrige Häuser mit Spitzdach und ohne Keller
  • Holzveranda oder großer Balkon
  • offene Wohnräume – alles ist leicht, luftig und hell
  • skandinavische Architektur ist dennoch eher funktional und schlicht
  • Ausnahme: Tageslicht-Inszenierung durch Oberlichter und Dachfenster
  • Raum für eine Sauna im Haus oder auf dem Grundstück
  • Energieeffizienz spielt eine große Rolle

Merkmale der Inneneinrichtung

  • Das Motto lautet: „natürliche Fröhlichkeit“
  • leuchtende Farben stehen häufig in Kontrast mit hellen Wänden
  • viel Licht, besonders im Winter: Kamine, Kerzen und schöne Lampen
  • Naturholzmöbel aus Fichte, Birke oder Kiefer
  • Farbige Teppiche, Vorhänge und Kissen
  • verspielte Accessoires in organischen, der Natur entlehnten Formen
  • großformatige Muster
  • Weiße Wandpaneelen
  • Naturprodukte und Handarbeit
  • Baumwolle, Leinen oder Leder
  • Glas- und Porzellanarbeiten
  • Blumenarrangement von heimischen Sommerblumen
  • ein großer Tisch, der auch Gästen Platz bietet

Skandinavisch wohnen: Einblicke in nordische Wohnzimmer

Nordischer Chic: Weiße Wände, viel Licht und farbige Tupfer
Nordischer Chic: Weiße Wände, viel Licht und farbige Tupfer (Foto: Susan Serra)

„Den Skandinavischen Wohnstil“ beschreiben zu wollen, ist ungefähr so aussichtsreich wie die Beschreibung „des IKEA-Stils“. Zu viele verschiedene Stilelemente treffen hier aufeinander, um ein einheitliches Interieur ausmachen zu können. Einige Gemeinsamkeiten sind dennoch festzustellen, die ausnahmslos den Umweltbedingungen des Nordens entsprungen sind: Skandinavien ist während einer beträchtlichen Zeit des Jahres Schnee und Dunkelheit ausgesetzt. Sowohl lange Nächte als auch die Polarnacht lassen die Sehnsucht nach Licht und hellen Farben deshalb ganz natürlich erscheinen. Der kurze Sommer wird in vollen Zügen genossen, man hält sich im Grünen auf, wann immer es möglich ist. Kündigen sich die kalten Monate erneut mit frühen Sonnenuntergängen an, werden dichte Vorhänge vor die Fenster gezogen, und der amüsante Teil des Alltags wird ins eigene Heim verlegt.

Dort sorgen zahlreiche Lichtquellen für anheimelnde Beleuchtung, wodurch die in hellen Farben gehaltene Einrichtung ausgezeichnet zur Geltung kommt. Lichte oder kräftige Farben sind ein Muss der skandinavischen Wohnkultur, die bevorzugt mit einheimischen Materialien arbeitet und ihre Formen der umgebenden Natur entlehnt.

Die Wände sind weiß getüncht oder in Pastelltönen gehalten. Alternativ dazu, je nach Einrichtungsstil, sind weiße Wände modern geworden, die durch eine einzige Wand in einer kräftigen Farbe kontrastiert werden. Eine andere Variante sind mit Holz verkleidete Wände, deren Honigton eine gleichermaßen naturnahe wie wohnliche Atmosphäre zaubert. Solche Holzwände erinnern an das Sommerhaus oder an die finnische Waldhütte, mithin an die lustvolle Zeit des Jahres.

Viel Holz: Traditionelle norwegische Inneneinrichtung
Viel Holz: Traditionelle norwegische Inneneinrichtung (Foto: Bosc d'Anjou)

Hölzer werden entweder gar nicht behandelt oder gelaugt beziehungsweise geölt. Die Farben entsprechen der gewachsenen Beschaffenheit des Holzes, anderenfalls handelt es sich um Weiß oder um ein helles Blau. Große dunkle Flächen, wie sie im IKEA-Katalog zu betrachten sind, dürften dem Zeitgeschmack geschuldet sein; sie haben mit dem originär Skandinavischen eigentlich nichts zu tun. Möbelproduzenten verarbeiten vorrangig die einheimischen Nadelhölzer: Kiefer und Fichte. Die ebenfalls heimische Birke ist ein vielseitig nutzbarer Baum, deren Holz sich für bestimmte Möbel eignet, als Furnier oder in Spanplatten jedoch häufiger verwendet wird. Neuerdings wieder Beachtung finden aus Birkenrinde gefertigte Gebrauchsgegenstände, die hierzulande zumeist über Naturwarenhändler bezogen werden können.

Dänisches Apartment: Funktionale Einrichtung überwiegt
Dänisches Apartment: Funktionale Einrichtung überwiegt (Foto: P. A. Hess)

Die Entwürfe der Möbel und Leuchten fallen tendenziell funktional aus. „Tendenziell“ deshalb, weil zwar die zeitgenössischen Industriedesigner des Nordens stark durch minimalistisches Gedankengut beeinflusst werden, sich die Landhausvariante skandinavischen Einrichtens gleichwohl ungebrochener Beliebtheit erfreut. Freilich ist auch sie weniger üppig als das bäuerlich inspirierte Ambiente Deutschlands, Englands oder Frankreichs, aber Kugelfüße, gefaste Türen sowie floral gemusterte Textilien sind erlaubt.

Heimtextilien, als eines der wichtigsten Gestaltungselemente, bilden einen bemerkenswerten Gegensatz zum schlichten Mobiliar: Kissen, Stores und Überwürfe dienen der Bequemlichkeit sowie dem Schutz vor Kälte. Heutzutage ebenso bedeutsam sind sie als Ausdruck des individuellen Geschmacks und nicht selten eines einzigartigen Humors. Großformatige Muster, leuchtende Farben, witzige Formen und gewissermaßen kindliche Ideen sind markant für das skandinavische Design unserer Tage. Einen runden Teppich, der aus einer Unzahl bunter Wollkugeln gefertigt ist, kann nur ein Skandinavier erfinden – in diesem Falle ein Mitglied der dänischen Designervereinigung Hay. Oder anders: Lautet das Stichwort in Italien „Eleganz“, dann ist das Kennzeichen skandinavischen Interieurs seine natürliche Fröhlichkeit.

Literaturtipp: SKANDINAVISCH EINFACH – (siehe Video)

www.everyday-feng-shui.de

1 Kommentar

  1. Der nordische Stil ist nicht nur in den Wohnräumen total schön, das fängt schon bei der Haustür an! Die friesischen Klöntüren zum Beispiel sind ja zweigeteilt, so kann der obere Flügel geöffnet werden, um Licht und luft ins Haus zu lassen und sich mit den Nachbarn zu unterhalten ^.^und der untere Flügel bleibt geschlossen, damit der Hund oder auch Kleinkinder nicht ausreißen können.

    Grüße von Jassy

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