Unterirdische Erdenergien oder Relikte eines gefährlichen Aberglaubens?

Mysteriöse Höhlen und Gangsysteme aus grauer Vorzeit werfen viele Fragen auf, weil ihre Funktion nicht nachvollziehbar ist. Handelt es sich womöglich um geheimnisvolle Kraftwerke, die völlig in Vergessenheit geraten sind?

Unterhalb der Kirchen befinden sich oft wunderschöne, kraftvolle und heilsame Räume. Die abgebildete Krypta ist unter der Kathedrale von Notre Dame zu finden. Foto (C) Daniel Jolivet, flickr CC BY 2.0
Unterhalb der Kirchen befinden sich oft wunderschöne, kraftvolle und heilsame Räume. Die abgebildete Krypta ist unter der Kathedrale von Notre Dame zu finden. Foto (C) Daniel Jolivet, flickr CC BY 2.0

 

Erdenflüsse oder Tellurische Ströme

Was wenige wissen, ist, dass die stärksten Energien nicht hinter dem Altar von alten Kirchen konzentriert sind, sondern in der unterirdischen Krypta. Früher wusste man über die feinstofflichen Energieströme noch besser Bescheid und man hat sie derart wichtig genommen, dass man keinen Aufwand scheute, um sie anzuzapfen. Die Erdstrahlen, die an den Oberflächen von Kraftplätzen austreten, kommen ursprünglich aus dem Untergrund.

Als tellurische Ströme bezeichnet man besonders starke geomantische Erdenergien, die mit einem „Tellurmeter“ gemessen werden können. Es soll sogar möglich sein, sie für die Gewinnung von elektrischem Strom zu nutzen. Näheres dazu findet man im Internet unter dem Stichworten „Magnetotellurik“ und „Tellurischer Strom“. Ob die sehr technisch anmutenden Höhlensysteme, die sich unter großen Klöstern und auch im Freiland befinden, tatsächlich zur Stromgewinnung genutzt wurden, ist ungeklärt. Theoretisch scheint es möglich zu sein, große elektromagnetische Felder aufzubauen, indem man die Energie in bestimmte Bahnen leitet. Bei Wikipedia ist nachzulesen, dass die anregenden Magnetfelder sowohl natürlichen Ursprungs sein können als auch durch künstliche Sendeanlagen mit bestimmten Frequenzen erzeugt werden können.

 

Römisch-Katholische Sakralbauten auf uralten, heidnischen Kultplätzen

Durch die Überbauung und Vereinnahmung der alten Kraftplätze wurde die Urbevölkerung nicht nur ihres ursprünglichen Glaubens, sondern auch ihrer Energiezentren beraubt. Die meisten der unterirdischen Anlagen wurden auf Anordnung der Kirche verschlossen und versiegelt. Die Bildstöcke und Wegkreuze wurden meistens genau dorthin gesetzt, wo früher Menhire und Lochsteine standen. Dadurch gingen viele Denkmäler und Hinweise verloren, denn die Steine zeigten den Verlauf der unterirdischen Gänge und die Lage von Zugängen an. Alle heidnischen Überreste wurden als üble Bedrohungen angesehen und es ist der Kirche tatsächlich gelungen, auch sämtliche heidnischen Bräuche und Feiertage zu übernehmen und ihre ursprüngliche Bedeutung abzuschaffen.

 

Die erstaunlichen Forschungen von Heinrich Kusch

Dr. Heinrich Kusch ist ein sehr erfahrender Prähistoriker und Lehrer an der Universität Graz, der sich auf die Höhlenforschung spezialisiert hat. Zusammen mit seiner Frau Ingrid Kusch hat er tausende von Höhlen untersucht, nicht nur in Österreich, sondern weltweit. Allein in der Oststeiermark und bis zum Jahr 2014 wurden 754 unterirdische Anlagen gefunden sowie 402 Menhire und Lochsteine. Inzwischen ist die Anzahl der Entdeckungen noch viel höher, weil mit dem wachsenden Bekanntheitsgrad des Forscher-Ehepaares immer mehr Hinweise aus der Bevölkerung kommen. Man muss in bestimmten Regionen überall mit Hohlräumen rechnen, auch im Wald und unter Äckern.

 

Stammen wir von Wichteln und Zwergen ab?

Zu welchem Zweck sollten unsere Vorfahren derart emsig den Untergrund durchpflügt haben? Die meisten Gänge sind stickig, feucht und sehr eng dimensioniert und scheiden daher als Fluchtwege aus. Wie ist es überhaupt möglich, Gewölbe mit schweren Steinen zu mauern in Querschnitten, in denen man streckenweise nur kriechen kann? Längen von mehreren hundert Metern sind keine Seltenheit. Im Bereich von Vorau, Pöllau und Stubenberg befindet sich ein begehbares Netzwerk mit einer Länge von über acht Kilometern. Das Alter wird auf über 10.000 bis 14.000 Jahre geschätzt und man mutmaßt sogar, dass sie teilweise mit präzisen Maschinen errichtet wurden. Denn es wurden Bearbeitungsspuren mit Metallen gefunden. Eine Bearbeitung mit Hammer und Meißel wird auch wegen der Härte des Gesteins ausgeschlossen.

 

Antike Gangsysteme und Boden-Denkmäler in ganz Europa

Ein Anhaltspunkt ist, dass nur quarzhaltige Steine verwendet wurden und die Anlagen daher nur in Gegenden errichtet wurden, wo diese Steine vorkommen. In Österreich sind vor allem die Regionen um Vorau in der Nordost-Steiermark, um die Riegersburg in der Südoststeiermark, in der Südwest-Steiermark und um Klosterneuburg in Niederösterreich betroffen. Alte Hohlwege im Wald können darauf hinweisen, dass Eingänge zu Untergrundanlagen vorhanden sind.

Ähnliche unterirdische Anlagen sind in ganz Europa verbreitet. Man findet sie auch in Tschechien, Ungarn, Schweiz, Frankreich, England, Schottland und Spanien. In Bayern sind über 700 „Erdställe“ bekannt – wie die Geheimgänge auch genannt werden. Die engsten Stellen messen kaum mehr als 40 Zentimeter im Durchmesser und wären selbst für Kobolde unbequem. Angeblich wurden sie von Wichtelmännern erbaut und dienten als Rückzugsraum für Erdgeister. Sie sind nicht selten mit Wasser gefüllt und es gibt keine Anhaltspunkte für die Nutzung als Viehställe oder Grabanlagen.

 

Mysteriöse Energiesteine, die sich blau verfärben

Außer ein paar Mühlsteinen und sonderbaren schwarzblauen Steinen wurden kaum Relikte gefunden. Die Kirche warnte ausdrücklich vor den dunkelgrauen Steinen, denen gefährliche Eigenschaften unterstellt wurden. Sie nehmen an der Sonne einen Blauschimmer an und scheinen durch diverse Verfärbungen sowie Leuchteffekte auf die Umgebung zu reagieren. Die Herkunft der Steine ist völlig unbekannt. Man vermutet, dass das Material eine energetische Rolle spielte und dass man es verstanden hat, die unterirdischen Erdenergien zu nutzen.

 

Räume zum Senden, Lenken, Verstärken und Empfangen von Energie?

Auf alten Karten sind nicht nur reale Gänge, sondern auch energetische Verbindungen eingezeichnet. Man kann zwischen „Sendestationen“ und „Empfangsstationen“ unterscheiden, erklärt Heinrich Kusch. Die Empfangsstationen haben nur einen Eingang und sind „Jener Ort, wo die Grundstoffe der Dinge sich in der Tiefe wieder zusammensetzen“. Was das bedeutet, weiß man nicht genau, denn es handelt sich um eine überlieferte Beschreibung. Haben wir es mit einer uralten Hochtechnologie oder Freie-Energie-Kraftwerken zu tun? Die Steine sind teilweise poliert und mit prähistorischen Zeichen versehen. Zum Teil wurden sogar verglaste Steinflächen gefunden.

Es ist auf jeden Fall sehr spannend, dass die Anlagen, die vor wenigen Jahrzehnten noch dem Reich der Sagen und Märchen zugeordnet wurden, immer mehr wahrgenommen und ernst genommen werden. Wir können oft nur das wahrhaben, was wir bereits kennen und zuordnen können. Dabei merken wir gar nicht, dass es noch ganz andere Wirklichkeiten gibt, die uns näher sind, als wir denken.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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