Die besten Verstecke für Elektrokabel

Über die Kunst der unsichtbaren Kabel-Verlegung ohne Stemmen und Spachteln. Damit endlich Schluss ist mit dem unschönen Kabelsalat!

Auf-Putz-Installationen sind selten attraktiv. Foto: WorldSkills UK / flickr CC BY 2.0
Auf-Putz-Installationen sind selten attraktiv. Foto: WorldSkills UK / flickr CC BY 2.0

Wie verlegt man Stromkabel nachträglich?

Beim Strom funktioniert es bislang noch nicht mit der kabellosen Energieübertragung – jedenfalls nicht in Standardwohnungen. Abgesehen davon, dass WLAN-Verbindungen nicht gesund sind, weil sie E-Smog erzeugen. Elektro-Installationen unter Putz sind nicht nur teuer, sondern nachträglich mit viel mehr Aufwand verbunden als bei einem Neubau. Man denke nur an diverse Einbaumöbel, Tapeten, spezielle Strukturputze und Wandfarben, die man nicht wegzaubern oder spurlos flicken kann. Allein das Aufspüren der vorhandenen Leitungsführung ist eine Wissenschaft für sich, wenn keine Elektropläne vorhanden sind. Und am Ende braucht man die Steckdosen sowieso immer genau dort, wo sich keine befinden.

Warum man von Elektroinstallateuren keine Angebote bekommt

Bei Umbauten und Nachrüstungen ist es meistens unmöglich, ohne eingehende Untersuchungen zu erkennen, wo Elektroleitungen verbaut sind, welche und wie viele. In einem Schutzrohr steckt häufig mehr als nur ein Kabel und nicht immer sind die Abzweigungen und Verdrahtungen fachgerecht ausgeführt. Wenn man flexibel bleiben möchte und nicht ausschließen kann, dass die Möbel öfter umgestellt oder erneuert werden, ist es von Vorteil, wenn die Leitungen nicht unter Putz geführt werden, sondern „auf Putz“ – wie es im Fachjargon heißt. Doch wie sieht das aus?

Deckleisten

„Auf Putz“ bedeutet nicht, dass die Leitungen mit Haftnägeln an die Wand gepinnt sind, sondern sie können sich hinter diversen Deckleisten verstecken. Für diesen Zweck bieten sich an:

  • Sesselleisten: Hier hat meistens nur ein Kabel Platz, aber es gibt auch Leisten, die mehrere Kabelführungen integriert haben.
  • Stuckleisten: Auch hier gibt es neben gewöhnlichen Deckenleisten Kombi-Modelle mit integrierten Kabel-Schlitzen.
  • Rechteckige Kabelkanäle, die zum Beispiel in Tischhöhe geführt werden, um diverse Elektronik- und Haushaltsgeräte anhängen zu können.
  • Offene Kabeltassen (zum Beispiel unter Tischplattten).
  • Zierleisten aus Holz, die zum Beispiel als Scheuerleisten getarnt sind.
  • Deckleisten im Bereich von Türstöcken.
  • LED-Leisten können mehr als nur Licht ausstrahlen, sondern auch mit Steckdosen kombiniert sein.
  • Für vertikale Führungen gibt es dekorative Schläuche und Säulen im Handel, die passabel aussehen.

Hohlräume

Um spätere Nachrüstungen zu erleichtern, kann man während der Bauphase eine Anzahl von leeren Reserve-Rohren in die Wände legen, in die man später Elektroleitungen einfädeln kann, ohne die Wandoberfläche zu beschädigen. Wenn diese Installationen jedoch nicht vollständig dokumentiert werden, wird man sie bald vergessen und bei Bedarf nicht mehr finden. Aber es gibt noch weitere Hohlräume, die sich anbieten:

  • Hohlräume oberhalb von untergehängten Decken.
  • Hohlräume in Holzriegelwänden.
  • Hohlräume hinter Vorsatzsschalen und andern Verblendungen: Wenn genug Platz ist, ist es recht einfach, eine Gipskartonplatte vor eine Wand zu schrauben, um dahinter Kabel zu führen.
  • Spalten hinter Einbaumöbeln.
  • Doppelschalige Wände.
  • Kabelboxen, um offen herumliegende Kabel zu bündeln.

Aussparungen

  • Im Bereich der Trittschalldämmung: Diese Lösung ist möglich, wenn man einen Bodenbelag neu verlegt oder einen Belag hat, den man leicht öffnen kann (zum Beispiel mit Click-System).
  • Versenkte Steckdosen in Tischpatten: Steckdosen zum Versenken gibt es fertig im Handel. Diese Maßnahme sollte jedoch wohl überlegt sein, denn es ist ein Loch in der Tischplatte erforderlich!

Hinter Möbeln und Vorhängen

Wenn die Wände mit Möbeln vollgestellt sind, ist es recht einfach, die Leitungen hinter, unter oder auf den Möbeln zu verstecken. Auch große Pflanzen können von versteckten Kabeln ablenken. Für frei stehende Schreibtische gibt es eigene Blenden zu kaufen, die man hinten montieren kann, um die diversen Kabelzuleitungen zu verbergen.

Nicht ganz, aber fast unsichtbare Verstecke

  • Flachkabel unter Teppichen verlegen: Die meisten Kabel gibt es auch in einer flachen Version, die man unter einem flauschigen Teppich kaum bemerkt.
  • Durchsichtige Kabel: Sie sind nicht unsichtbar, fallen aber wenige ins Auge als weiße oder schwarze Kabel
  • Kabelbrücken (Bodenleisten) auf dem Fußboden: Sie sind zwar deutlich sichtbar, können aber mit gewöhnlichen Bodenschwellen verwechselt werden. Vor allem direkt unter Türen fallen sie überhaupt nicht auf, weil hier sowieso oft eine Höhendifferenz vorhanden ist.
  • Wenn man den Strom in der Mitte des Raumes benötigt, weil dort zum Beispiel ein Tisch steht, hat man im Prinzip nur 3 Möglichkeiten: Entweder führt man das Kabel unter der Decke und lässt es schwungvoll herunterbaumeln (eventuell kombiniert mit einer Leuchte oder einem Beamer). Oder man verlegt eine flache Kabelbrücke auf dem Fußboden. Oder man verwendet eine schicke Kabeltrommel, die zum Beispiel unter einem Regal versteckt ist. Modelle mit automatischem Rückzug lassen das Kabel nach Gebrauch wieder verschwinden.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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