Zäune und Sichtschutzwände aus Öko-Materialien

Zaunkonstruktionen gibt es viele, aber die wenigsten sind umweltverträglich und fügen sich harmonisch in die Landschaft ein. In Siedlungsgebieten hat das Aussehen der Einfriedungen einen maßgeblichen Einfluss auf das Stadt- und Ortsbild.  

Schräger Holzzaun, Foto (C) XoMEoX / flickr CC BY 2.0
Schräger Holzzaun, Foto (C) XoMEoX / flickr CC BY 2.0

 

Nachfolgend eine kleine Übersicht über nachhaltige Alternativen, wenn es keine Festungsmauer, kein Beton, kein Kunststoff, kein Glas und keine massive Metall-Konstruktion sein soll. Alle Holzzäune sind leicht demontabel und veränderbar, haben einen geringen Materialverbrauch, bekommen eine Patina und sehen ganz natürlich aus.

 

Staketenzaun (Rollzaun) 

Für Staketenzäune nimmt man vorzugsweise gespaltenes Kastanienholz. Die unregelmäßig gekrümmten Latten sehen wie große Zahnstocher aus und werden mit verzinkten Drähten verbunden. Man sieht sie meistens in niedriger Form als Einfriedung von Gemüsegärten, aber sie sind in Rollen bis zirka 175 Zentimeter Höhe erhältlich. Das Material ist sehr günstig, nicht ganz blickdicht, aber sehr gartenfreundlich, denn Stauden und Kletterpflanzen können locker hindurchwachsen. Der Abstand zwischen den Staketen beträgt 4 bis 6 Zentimeter. Die zugespitzten Steher werden direkt in den Boden eingeschlagen und können sich an jedes Gelände anpassen.

 

Flechtzaun

Er besteht meist aus biegsamen Weiden- oder Haselnuss-Ruten. Mit seinen unregelmäßigen Formen sieht er sehr natürlich aus und das kunstvolle Flechtwerk wird optisch zum Hingucker. Flechtzäune haben eine lange Tradition, sind sehr haltbar und weisen eine ausgezeichnete Ökobilanz auf. Wer Zeit hat und geschickt ist, kann sie sogar selber anfertigen. Eine abgewandelte Form stellen die lebenden Weidenzäune dar, wobei junge Weidenpflanzen zum Einsatz kommen, die untereinander verflochten sind und ein immer dichter werdendes Netzwerk bilden.

 

Jägerzaun

Als Jägerzaun bezeichnet man Zäune, bei denen Holzlatten diagonal verbunden sind. Sie haben eine Tradition als Schutz vor Wildverbiss und sind relativ stabil, lassen aber kleinere Tiere durchschlüpfen. Optisch attraktiv sind sie vor allem in ihrer ursprünglichen Form aus unbesäumten Ästen und händisch gespaltenen Latten, wie man sie heute noch in Gebirgsregionen sieht. Moderne Jägerzäune sind meistens zu klobig dimensioniert und sehen in Kombination mit sterilen Rasenflächen zum Fürchten aus.

 

Ringzaun

Jägerzäune, die an den Verbindungstellen nicht genagelt, sondern umflochten sind, nennt man Ringzäune. Die runden Steher sind meistens lotrecht und die breiteren Latten schräg angeordnet. Aber es gibt auch Varianten, wo beide Teile schräg sind oder rechtwinkelig zueinander stehen.

 

Bretter- und Lattenzäune aus Holz

Holzzäune aus Stab-Elementen gibt es in vielen Ausführungen, mit waagrechter und senkrechter Unterteilung. Sie sind mehr oder weniger blickdicht, je nachdem, wie groß der Abstand zwischen den Elementen ausfällt. Die einfachste Art ist der Weidezaun, der nur aus senkrechten Pflöcken und zwei (oder drei) waagrechten Stab-Reihen besteht. Moderne Holzzäune sind meistens gerahmt, um sie als Fertigteile verkaufen zu können.

 

Palisadenzäune aus Holz

Ein Palisadenzaun unterscheidet sich von einem Lattenzaun dadurch, dass er hauptsächlich aus Palisaden besteht, die entweder gar nicht oder nur leicht verbunden sind. Die waagrechten Verbindungen dienen nur dazu, die Palisaden gerade zu halten. Sie können zum Beispiel aus Draht, Metallbändern oder dünnen Brettern bestehen.

Palisadenzaun, Foto (C) David Fulmer / flickr CC BY 2.0
Palisadenzaun, Foto (C) David Fulmer / flickr CC BY 2.0

 

Rankgitter aus Holz

Sie bestehen in der Regel aus einem stabilen Rahmen, der mit einen Diagonalgitter ausgefacht ist. Die Lochweite des Gitters kann sehr unterschiedlich sein, von weit bis beinahe blickdicht. Die sieb-artigen Gitterzäune sehen deutlich feiner aus als Jägerzäune und sind in Kombination mit Pflanzenbeeten oder Spalierbäumen beliebt.

 

Schilf- und Bambusmatten

Schilfmatten von der Rolle werden praktisch nur in Kombination mit anderen Zaunsystemen verwendet, da sie eine Tragkonstruktion benötigen. Die Haltbarkeit und die Stabilität hängen davon ab, wie die Tragkonstruktion ausgeführt ist. In Verbindung mit einem sauberen Rahmensystem können die billigen Matten durchaus was hermachen. Bambus sieht edler aus und eignet sich auch für Flecht-Konstruktionen.

 

Gabionen-Zaun

Die leichten Gitterkörbe, die mit Kieselsteinen gefüllt sind, gefallen nicht jeden, sind aber ressourcenschonender als schwere Natursteinmauern. Das dünne Zaungitter tritt optisch kaum in Erscheinung, so dass das Ganze wie eine Schotterfläche aussieht. Es ist kein Mörtel erforderlich und die Steine können jederzeit ausgetauscht werden.

 

Immergrüne Hecken

Wenn man genug Platz hat und den Pflegeaufwand nicht scheut, sind Hecken eine gute Lösung. Allerdings gibt es kaum einheimische Arten, die immergrün sind, nicht giftig sind und keine Dornen besitzen. Thujen, Zypressen, Kirschlorbeer und Stechpalmen sind aus ökologischen und energetischen Gründen nicht empfehlenswert. Bleibt nur der Gewöhnliche Liguster, der im Winter sein Laub behält. Bei den laubabwerfenden Arten gibt es eine große Auswahl.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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