Zeiger-Pflanzen erkennen und richtig deuten

Um herauszufinden, ob ein Boden sauer, basisch, mager, lehmig, feucht, verdichtet oder sandig ist, benötigt man nicht unbedingt ein Bodengutachten. So genannte „Indikator-Pflanzen“ geben Hinweise auf die Bodenverhältnisse.

Lupinen sind Pionierpflanzen und zeigen einen durchlässigen Boden an. Fot: Mario Storch / flickr CC BY 2.0
Lupinen sind Pionierpflanzen und zeigen einen durchlässigen Boden an. Fot: Mario Storch / flickr CC BY 2.0

Anzeigerpflanzen verraten die Zusammensetzung des Erdbodens, auf dem sie stehen. Es handelt sich hier um wilde Pflanzen, die bestimmte Ansprüche an den Boden stellen und abweichende Lebensbedingungen nicht tolerieren. Man spricht auch von Indikatorpflanzen oder Bioindikatoren. Wichtig ist hier natürlich, dass es sich um Wildpflanzen handelt, die sich von selber ansiedeln. Denn von Menschen gesetzte Kulturen sind wenig aussagekräftig.

Saurer Boden

Sauer ist das Gegenteil von basisch oder alkalisch. Der PH-Wert ist niedriger als 7. Ein saurer Boden ist dunkel, humos, kalkarm und eventuell torfhaltig. Zu den Kulturpflanzen, die einen sauren Boden benötigen, gehören zum Beispiel Rhododendren, Kiwi und Azaleen.

Indikatoren Was macht den Boden sauer?
Heidelbeeren Kaffeesud
Kleiner Sauerampfer Eichenblätter
Heidekrautgewächse Nadelholz und Nadeln von Nadelbäumen und Koniferen
Schmalblättriges Weidenröschen   Torf (aus ökologischen Gründen nicht empfehlenswert)  
Wiesenmargerite Traubentrester
Hundskamille Kompost
Hasenklee Mulch
Ackerminze Sägespäne von Nadelhölzern
  Rindenmulch
Gänseblümchen Nusslaub
Sauerklee Kastanienlaub
Violettes Stiefmütterchen Haselnusslaub
Adlerfarn Holzhäcksel
Stechpalme Organischer Dünger (tierischer und pflanzlicher Ursprung)
Ackerziest Mehl aus Baumwollsamen
Hohlzahn  
Wolliges Honiggras  
Sonnentau  
Moosbeeren (Cranberries)  
Preiselbeeren  

Alkalischer (kalkhaltiger) Boden

Alkalische Böden sind stark kalkhaltig (über 12% Kalziumkarbonat) und sehen entsprechend hell aus. Der PH-Wert ist höher als 7. Die meisten Pflanzen bevorzugen keine alkalischen, sondern leicht saure Böden. Zu den Kulturpflanzen, die einen alkalischen Boden mögen, gehören zum Beispiel Apfelbäume und Birnbäume.

Indikatoren Was macht den Boden alkalisch?
Vogelmiere Kalk
Ackerwinde Verzicht auf Torf, Mulch, Mist und Kompost
Ackersenf Mineralischer Dünger
Huflattich Sand und Kies
Wilde Karde  
Weißklee  
Mauerpfeffer, Fetthenne  
Klatschmohn  
Weißdorn  
Kornblume  
Gundelrebe  
Leinkraut  
Mehlige Königskerze  
Platterbse  
Wiesensalbei  
Brunelle  
Acker-Rittersporn  
Disteln  
Brombeeren  
Edelweiß  

Stickstoffreicher Boden

Brennnesseln gedeihen gerne dort, wo Menschen wohnen oder Tiere leben. Durch Überdüngung in der Landwirtschaft entstehen gefährliche Stickstoff-Überschüsse, die von den Pflanzen nicht aufgenommen werden und als Nitrat ins Grundwasser sinken. Um Stickstoff zu verringern, sollte man mit Holzhäcksel oder Stroh mulchen. Denn sie benötigen Stickstoff bei der Zersetzung.

Indikatoren Was macht den Boden stickstoffreich?
Brennnessel Stickstoffdünger
Klettenlabkraut Tierhaltung
Vogelmiere Stallmist und Vogelkot
Melde Hornmehl
Löwenzahn Blutmehl
Schwarzer Holunder Jauche
Franzosenkraut Klärschlamm
Wolfsmilch Gründüngung mit Leguminosen
Giersch  
Kohl-Gänsedistel  
Hirtentäschel  
Gänsefuß  
Schwarzer Nachtschatten  
Quecke  
Kamille  
Bärenklau  
Ampferknöterich  
Kerbel  
Kreuzkraut  

Lehmiger Boden

Lehm- und Tonböden sind feucht, schwer, dicht, klebrig und wenig durchlässig. Es kommt schnell zu Staunässe, aber auch leicht zur Austrocknung. Lehm ist was Feines, wenn man ein Lehmhaus bauen möchte oder eine Keramikwerkstatt hat. Wenn man jedoch Pflanzen anbauen möchte, sind die Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Einen lehmigen Boden erkennt man daran, dass er sich mit den Händen kneten und zu Würsten formen lässt.

Indikatoren Was macht man einen Lehmboden lockerer?
Ackerminze Häufiges Umgraben, damit Luft unter die Erde kommt
Gänsefingerkraut Quarzsand und Kies untermischen
Knöterich Kompost
Rittersporn Gründüngung mit Tiefwurzlern wie Lupinen und Sonnenblumen
Hederich, Acker-Rettich Blätter und kleine Zweige verrotten lassen
Kamille Grassoden abtragen und verkehrt auf den Boden legen
Giersch  
Ackerwinde  
Kriechender Günsel  
Acker-Kratzdistel  
Rote Taubnessel  

Sandiger Boden

Erden, die sandig, steinig und staubig sind wie in der Wüste, fehlt die Fähigkeit, Wasser zu speichern. Wenn es mal regnet. ist alles in Nullkommanichts versickert. Die Hungerkünstler, die auf diesen Böden gedeihen, suchen mit ihren Wurzeln nur einen gewissen Halt zwischen den Steinchen. Daher kommen sie auch gerne aus Ritzen heraus, die sie irgendwo im Asphalt oder im Mauerwerk finden. Kulturpflanzen die auf sandigem Boden gedeihen, sind beispielsweise Lavendel und Ginster.

Indikatoren Was macht man einen Sandboden fruchtbarer?
Disteln Humus, Kompost
Klee Mist
Wilde Möhren Mulch
Rainfarn Gründüngung mit Lupinen, Klee und Wicken
Thymian, Quendel Wasserspeichernde Granulate einbringen aus Betonit, Ton oder Vukangesteiin
Wegerich  
Leinkraut  
Segge  
Färberkamille  
Königskerze  
Wolfsmich  
Mohn  
Vogelmiere  
Besenkraut  
Grasnelke  
Hungerblümchen  
Pechnelke  
Trockene Gräser  
Lupinen  

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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