Feng Shui Ratgeber

Die Zahl 8 in der chinesischen Numerologie

Von Long Wang

Auch wenn die „Doppelacht“ (88) in der jüngeren deutschen Geschichte in Verruf geraten ist, so lehrt uns die chinesische Numerologie, dass eine Aversion gegen die Zahl 8 im Grunde nicht gerechtfertigt ist. Die Acht ist eine ausgesprochene Glückszahl, die für Harmonie und Vollkommenheit steht.

Gökhan Inlers (links) präsentiert gemeinsam mit Napoli-Präsident Aurelio de Laurentiis sein Trikot mit der Rückennummer 88 (Bildquelle: www.20min.ch)

Gökhan Inlers (rechts im Bild) präsentiert gemeinsam mit Napoli-Präsident Aurelio de Laurentiis sein Trikot mit der Rückennummer 88 (Bildquelle: www.20min.ch)

Fußballfans des SSC Neapel staunten nicht schlecht, als Gökhan Inler, ein Schweizer Fußballer mit türkischer Abstammung, der seit 2011 für den italienischen Profifußballklub kickt, am 11. Juli seine Rückennummer der Öffentlichkeit präsentierte. Es war die 88. Auch in Italien ist allgemein bekannt, dass die Zahl 88 in Neonazi-Kreisen gerne als Anspielung auf den „Deutschen Gruß“ verwendet wird, denn die Doppelacht bezieht sich in diesem Fall auf den 8. Buchstaben des lateinischen Alphabets und steht stellvertretend für „Heil Hitler“.

Gökhan Inler behauptet von sich, dass er kein politischer Mensch sei. Außerdem: „Ich glaube die Acht passt zu mir und ich fühl mich wohl, wenn ich mit dieser Nummer spiele.“ (Quelle: www.20min.ch)

Kenner des ostasiatischen Kulturkreises verwundert dies kaum, denn insbesondere in China gilt die Acht (chin. 八, bā) wegen ihrer Lautähnlichkeit zu Mandarin chin. 发 (= fā: “gedeihen”, “Reichtum”) als ausgesprochene Glückszahl. Durch ihre visuelle Ähnlichkeit zu 囍, dem „shuāng xĭ“ (zu deutsch: „Doppelglück„), zwei miteinander verwobenen Zeichen, die in China für Glück in der Ehe stehen, erhält die 88 darüber hinaus noch eine weitere „Glücksdimension“.

Doppelglück-Symbole an Türknäufen in China

Doppelglück-Symbole an Türknäufen in China (Foto: Denise Chan)

 

In China begegnet man der Acht überall

Aufgrund dieser Glückskonnotation begegnet einem die Zahl 8 in Fernost nahezu überall. In chinesischen Supermärkten werden beispielsweise Waren häufig so ausgepreist, dass sie Achten beinhalten. Autokennzeichen, die viele Achten enthalten, sind ebenfalls äußerst beliebt: In Hangzhou (Provinz Zhejiang) wurde das Autokennzeichen „A88888“ für umgerechnet 164,000 US-Dollar an den Meistbietenden versteigert. Und mit Sicherheit ist es ebenfalls kein Zufall, dass die Olympischen Spiele in Peking genau am 08.08.2008 um 8.08 Uhr Ortszeit eröffnet wurden.

Dass der Zahl 8 in der chinesischen Numerologie eine zentrale Bedeutung zukommt, liegt aber auch an der Verankerung der Zahlenmystik im Daoismus. Eine der bekanntesten daoistischen Geschichten handelt von den „Acht Unsterblichen„, den Heiligen der chinesischen Mythologie, wie sie jeder mit unterschiedlichen magischen Fähigkeiten ausgestattet das Meer überquerten, ohne ein Boot zu benutzen. Diese acht Charaktere kennt jeder in China. Sie sind sehr beliebt, da sie allen Menschen in der Not beistehen und gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung kämpfen.

Die Unsterblichen verkörpern die grundsätzlichen Lebensbedingungen, mit denen wir Menschen im Laufe unseres Lebens konfrontiert werden: Jugend, Alter, Armut, Reichtum, Adel, Volk, Weibliches und Männliches. Die Geschichte von den „Acht Unsterblichen“ verweist darauf, dass jeder „normale Mensch“ mit seinen individuellen Fähigkeiten durch hartes Studium die Geheimnisse der Natur zu enträtseln vermag und daraufhin unsterblich werden kann.

BaGua und die Wandlungsphasen

Das BaGua und die acht Wandlungsphasen

Das BaGua und die acht Wandlungsphasen

Acht lautet ebenso die Zahl der Trigramme („BaGua„), welche für jeden Feng Shui Interessierten ein Begriff sind. Die Trigramme und ihre jeweiligen Eigenschaften sind quasi die Atome oder Grundbausteine (wenn man so will), mit denen sich das Leben in acht Wandlungsphasen beschreiben lässt. Kombiniert man jedes der Trigramme paarweise mit einem zweiten Trigramm, so erhält man die 64 (= 8×8) Bilder des I Ging, auch Hexagramme genannt. Das I Ging wiederum ist eines der ältesten klassischen chinesischen Texte überhaupt.

Wenn also ein Fußballspieler nicht politisch motiviert, sondern aus „reiner Intuition“ die 88 als seine Glückszahl auserkoren hat, so verweist dies aus Sicht des Feng Shui eher auf ein gewisses Harmoniebedürfnis eines Teamspielers, der den Wunsch hegt, Teil eines Ganzen zu sein – nicht unbedingt die schlechteste Voraussetzung für einen erfolgreichen Profifußballer.

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1 Kommentar zu “Die Zahl 8 in der chinesischen Numerologie”

  1. astrid

    habe die nummer 8. wollte fragen wann habe ich glück,und bei was?

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