Feng Shui am gemütlichen Kaminfeuer

In der frostigen Jahreszeit, obwohl in diesem Jahr kaum die Rede vom echten Winter sein kann, wissen wir die Gemütlichkeit eines Kamins oder Holzofens zu schätzen. In Verbindung mit Feng Shui gibt es immer wieder Tipps und Empfehlungen, wo ein Ofen am besten zu platzieren ist und wo er nichts zu suchen hat. Stimmen solche Empfehlungen überhaupt? Diese Frage zu beantworten ist nicht einfach. Erfahren Sie im heutigen Beitrag, was ein gemütliches Kaminfeuer im Feng Shui tatsächlich bedeutet.

Gemütlichkeit und Entspannung am Kaminfeuer klingen gut. Doch steht der Kamin an der richtigen Stelle?
Gemütlichkeit und Entspannung am Kaminfeuer klingen gut. Doch steht der Kamin an der richtigen Stelle?

 

Fakt 1: Brennendes Feuer entspricht der Wandlungsphase Feuer

Wir leben in einer milden Klimazone, die durch Wechsel der Jahreszeiten geprägt ist. Das bedeutet, dass wir nur ca. 6-8 Monate im Jahr auf Heizung oder andere Wärmequellen in der Wohnung angewiesen sind. Wenn Sie zu den glücklichen Besitzern eines Holz- oder Kachelofens oder eines Kamins zählen, dann wissen Sie aus eigener Erfahrung, dass die Tage, an denen der Ofen tatsächlich brennt, recht beschränkt sind. Nicht nur die Temperaturen, sondern auch unsere Zeitkapazität schränken die Nutzung dieser Wärmequelle ein. Nur selten haben wir nach dem Feierabend noch Lust Holz holen zu gehen, den Ofen sauber zu machen und neu zu befeuern. Das Vergnügen beschränkt sich oft nur aufs Wochenende und die weihnachtliche Ferienzeit.

Genau das hat für eine Feng-Shui-Betrachtung eine große Bedeutung. Ein Holzofen etc. entspricht nur dann der Wandlungsphase Feuer, wenn er brennt. In der übrigen Zeit ist er ein Einrichtungsgegenstand, der nach seiner Form, Farbe und Material zu bewerten ist. So haben wir bei einem runden, aus weißen Steinen gemauerten und mit Metall-bänder zusammengehaltenen Ofen – wenn er kalt ist – nicht mit Feuer, sondern mit Metall zu tun. Deshalb sind Aussagen wie: „Hier ist Feuer sehr ungünstig“, nur mit großer Vorsicht zu genießen. Es muss immer abgewogen werden, wie oft das Feuer unter Berücksichtigung der persönlichen Gewohnheiten tatsächlich brennt. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, bei manchen Familien kann ich die Feuer-Tage im Jahr an zehn Finger abzählen. Das knappe Feuer spielt in der Gesamtbetrachtung einer Feng-Shui-Analyse dann keine nennenswerte Rolle mehr.

Fakt 2: In bestimmten Himmelsrichtungsbereichen ist Feuer nicht erwünscht.

Ja, das stimmt, sofern wir bei den einfachen und deshalb nicht immer wirklich aussagekräftigen Auswertungsmethoden im Feng Shui bleiben. Bei der reinen Betrachtung der Wandlungsphasen der einzelnen Himmelsrichtungen kann man schnell zu dem Ergebnis kommen, dass z.B. im Norden (Wandlungsphase Wasser) Feuer ungünstig wirkt (Wasser und Feuer stehen im Kontrollverhältnis zueinander). Diese Feststellung hat aber keine qualitative Bedeutung. Kontrolle bedeutet zuerst Spannung, doch wir wissen gar nichts darüber, ob diese Spannung gute oder schlechte Dienste leistet. Ohne Spannung geht es manchmal nicht vorwärts. Stellen Sie sich einen Krimi ohne Spannung vor. Wären Sie mit so einem Unterhaltungsbeitrag zufrieden? Sicher nicht. Auch im echten Leben kann manchmal Spannung äußerst nützlich sein. Denken Sie dabei nur an die Liebe und Erotik…
Deshalb gilt es im Feng Shui generell: Es gibt keine Empfehlung die immer und uneingeschränkt wirkt. Erst eine qualitative Analyse eines individuellen Falls kann brauchbare Antwort bringen.

Wenn es um Feuer geht, dann können Sie auch getrost folgende Empfehlungen zuerst ignorieren:

  • Feuer im Westen oder Nordwesten ist schlecht (Feuer kontrolliert das Metall des Nordwestens)
  • Feuer im Osten raubt die Energie (Feuer schwächt das Holz des Ostens)
  • Feuer im Südosten macht arm (Feuer schwächt das Holz des Südostens, der für Wohlstand steht).

Doch genauso vorsichtig wäre ich mit positiven Tipps, wie z.B. „Feuer heizt die Liebe an“. Hier geht es um die Stärkung der Erde (Thema Beziehung im Südwesten) durch das Feuer. Stärken ja, doch Sie wissen gar nicht, was Sie stärken. Vielleicht die bereits begonnene Auseinandersetzung oder sonstige Probleme? Deshalb ist „Fakt 3“ entscheidend für die korrekte Beurteilung, ob ein Ofen in der Wohnung richtig steht.

Fakt 3: Feuer kann Positives stärken aber auch Negatives noch schlechter machen.

Diese Aussage stimmt. Genauer gesagt, es kann vorkommen, dass ein offener Kamin exakt im gleichen Himmelsrichtungsbereich aufgestellt, in einer Wohnung günstig und in einer anderen ungünstig wirkt. Um das festzustellen, ist eine genauere Analyse der Wohnung erforderlich. Alle Fälle, bei denen Feuer eine Rolle spielt, aufzählen zu wollen, würde den Rahmen des Beitrags sprengen. Deshalb beschränke ich mich auf einige Beispiele, um zu verdeutlichen, wie komplex das Thema in Wirklichkeit ist.

Schauen wir uns zuerst die Bedeutung der Wandlungsphase Feuer in der Methode der „Acht Omen“ (= Kompassschule, Ost-West-System). Feuer kann hier die negative Wirkung von Wu Kwei (Hindernisse, Wandlungsphase Feuer) und Ho Hai (Schwierigkeiten, Wandlungsphase Erde) noch verstärken. Es gilt herauszufinden, wo diese Omen im Haus oder Wohnung wirken. Das hängt wiederum von der Vorne-Hinten-Ausrichtung des Hauses und der dabei gemessenen Himmelsrichtung ab.

Positive Wirkung übt Feuer vor allem auf Tien Yi (Himmlischer Heiler, Wandlungsphase Erde).

Bei den „Fliegenden Sternen“ gestaltet sich die Antwort etwas einfacher:
Feuer tut den Sternen 8 und 9 gut und ist bei den Sternen 2 und 5 zu meiden. Eine Berechnung des Sternendiagramms liefert die Antwort, wo sich die Sterne im Grundriss des Hauses befinden.

In beiden Auswertungsmethoden steckt noch eine Reihe weiterer Konstellationen, auf die Feuer eine qualitative Wirkung ausübt. Es lohnt sich also die Wohnung genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ich wünsche Ihnen stets ein Feuer am richtigen Fleck,

Ihre Hedwig Seipel

www.9-sternlein.de

 

 

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