Feng Shui: Krimi und Spannung pur

Die Urlaubszeit ist schon fast vorbei, doch gute Krimis sind nicht nur als Urlaubslektüre geeignet. Hätten Sie gewusst, dass es tolle Feng-Shui-Krimis gibt? Gerne stelle ich Ihnen heute meinen Lieblingsautor des Genres vor: Nury Vittachi. Seine Reihe „Der Feng Shui Detektiv“ umfasst 5 Titel und alle wurden ins Deutsche übersetzt.

Drei der fünf Feng-Shui-Krimis von Nury Vittachi Foto: © Hedwig Seipel
Drei der fünf Feng-Shui-Krimis von Nury Vittachi
Foto: © Hedwig Seipel

 

Der 1958 in Sri Lanka (damals Ceylon) geborene Nury Vittachi lebt heute in Honkong und ist als Journalist und Schriftsteller tätig. Mit Feng Shui beschäftigt sich Vittachi nur auf den Seiten seiner Krimis. Auf das Thema kam er während seiner Tätigkeit bei einer Boulevard-Zeitung in Hongkong, in der er oft amüsant und mit Augenzwinkern das Unverständnis asiatischer Gebräuche durch Europäer beschrieben hat. Sein erster Feng-Shui-Krimi entstand im Jahr 2000 und trägt den Titel „Der Feng-Shui-Detektiv“.

Die Hauptfigur, ein älterer chinesischer Feng-Shui-Meister namens C.F. Wong, versucht mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen und ist auf jeden Auftrag angewiesen. Eines Tages steht Jo McQuinnie, eine siebzehnjährige Göre, die seine Praktikantin werden will, vor seiner Tür. Weil sie die Tochter seines Hauptauftraggebers ist, kann er den Wunsch nicht abschlagen und so bilden die beiden nach kurzer Zeit ein unschlagbares Team, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Er ein ruhiger, besonnener Technikverweigerer, sie eine ausgeflippte, energiegeladene Dauernutzerin des Handys. Sie arbeiten gemeinsam an den Feng-Shui-Beratungen. Interessanterweise bekommen sie keine „normalen“ Kunden, sondern sie stoßen dauernd auf ungewöhnliche Kriminalfälle, die der örtlichen Polizei echtes Kopfzerbrechen bereiten. Der Feng-Shui-Meister und seine Assistentin lösen die Rätsel nicht mit kriminalistischem Spürsinn, sondern mit fundiertem Feng Shui Wissen. Der Weg zur Lösung ist jedes Mal anders gelagert und geht häufig über äußerst skurrile Methoden. Dabei gibt es viel zu lachen und man braucht nicht zu befürchten den roten Faden zu verlieren. So komplex sind die Geschichten auch wieder nicht.

Für jemanden ganz ohne Feng-Shui-Kenntnisse mag die Lektüre überzogen und unrealistisch anmuten. Wenn man jedoch etwas von Feng Shui versteht, dann lässt sich gut mitraten und das Lesen macht doppelten Spaß.

Ich habe alle fünf Krimis verschlungen, doch am besten fand ich den ersten Teil, der aus neun Kurzgeschichten besteht und dadurch sehr kurzweilig bleibt.

Hier eine kurze Übersicht der fünf Titel:

 

Nury Vittachi: Der Feng Shui Detektiv
Unionsverlag, 2003, 256 Seiten, Format 18,6 x 12,4 x 2 cm
ISBN-10: 3293202640, ISBN-13: 9783293202641

Das erste Buch aus der Serie, in dem wir C.F. Wong und seine bezaubernde Assistentin Jo McQuinnie kennenlernen. Sie beschäftigen sich mit mehreren Fällen, die vom geschickt getarnten Mord eines Bestatters an seiner Frau über gefälschte Ausgaben eines Magazins bis hin zu Menschen, die mit scharfem Essen Selbstmord begehen, reichen.

 

Nury Vittachi: Der Feng Shui Detektiv und der Geistheiler
Unionsverlag, 2004, 254 Seiten, Format 18,6 x 12,4 x 2 cm
ISBN-10: 3293202942, ISBN-13: 9783293202948

Im zweiten Buch der Reihe finden sich keine einzelne Kurzgeschichten, sondern ein zusammenhängender Roman, der den Feng-Shui-Meister auf Trab hält. Selbstverständlich bekommt er auch diesmal die tatkräftige Unterstützung seiner Assistentin. Der Fall erfordert jedoch die Hilfe weiterer „Fachleute“, die alle zum Freundeskreis des Meisters gehören. Wie der Titel schon verrät, geht es um Geister, die zu vertreiben sind. Das erweist sich als recht kompliziert und endet auf dem Dach der Oper in Sydney mit einem Happyend.

 

Nury Vittachi: Der Feng Shui Detektiv und der Computertiger
Unionsverlag, 2005, 286 Seiten, Format 18,6 x 12,6 x 2,20 cm
ISBN-10: 3293203221, ISBN-13: 9783293203228

Man nehme einen weißen Tiger, der vom Meister C.F. Wong mit Leichtigkeit gebändigt wird, eine Handvoll lukrativer Feng-Shui-Aufträge, die eigentlich eine Nebenrolle spielen, einen Fischdieb, ein paar Todesfälle im Fitnesscenter und schon ist der dritte Feng-Shui-Krimi fertig. Die Zusammenarbeit des ungleichen Paares klappt immer besser, was aber der Spannung und der Witzigkeit der Geschichte nicht schadet.

 

Nury Vittachi: Shanghai Dinner. Der Feng Shui Detektiv rettet die Welt
Unionsverlag, 2007, 316 Seiten, Format 21 x 13,2 x 2,8 cm
ISBN-10: 3293003699, ISBN-13: 9783293003699

Im vierten Band geht es um nichts Geringeres als die Weltrettung. Die Geschichte spielt in Shanghai und hält für die beiden Hauptakteure spannende Aufgaben bereit: ein entführtes Kind finden, einen weißen Elefanten mit einer Bombe durch die Stadt bringen, vor der Polizei, dem Secret Service und Terroristen fliehen und ganz nebenbei die Welt und den amerikanischen Präsidenten retten. Für den Leser bedeutet es Spannung und einen Angriff auf die Lachmuskeln von der ersten bis zu letzten Seite.

 

Nury Vittachi: Der Feng Shui Detektiv im Auftrag Ihrer Majestät
Unionsverlag, 2009, 253 Seiten, Format 20,8 x 13 x 2,8 cm
ISBN-10: 3293004075, ISBN-13: 9783293004078

Der Titel erinnert ein wenig an James Bond und wird inhaltlich dem Spannungsklassiker auch gerecht. C.F. Wong hat wie gewöhnlich mit Geldnöten zu kämpfen und nimmt notgedrungen sogar einen Auftrag im fernen London an. Was mit 180.000 mit falscher Farbe gefüllten Textmarker beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer mit einem Flugzeugabsturz und einem Auftrag im englischen Königshaus. Neben der gewohnten Spannung und den amüsanten Dialogen schlägt der vorerst letzte Band der Krimireihe auch nachdenkliche Töne in Hinblick auf die Klimarettung, Umweltverschmutzung und ungesättigte Gier mancher Industrieller an.

Ich würde mir wünschen, dass Nury Vittachi seine Feng-Shui-Krimi-Reihe irgendwann wieder fortsetzen wird. Doch ich befürchte, Feng Shui ist inzwischen kein schriller Marktrend mehr und zieht die Verkaufzahlen der Bücher nicht hoch. Und ein Buchautor muss von seinem Schreiben auch leben können ;-).

Viel Spaß beim Lesen,

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

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