Feng Shui und das optimale Schlafzimmer

Gestern bin ich aus dem Urlaub zurückgekommen und das alte Sprichwort „überall ist es schön, doch zu Hause fühlt man sich am besten“, das auch sehr gut zum Feng Shui passt, hat sich wieder bewahrheitet, zumindest wenn es ums Schlafen geht. Erfahren Sie, warum ich meinen eigenen Schlafraum so liebe und ihn mit keinem anderen tauschen würde.

Die Qualität des Schlafzimmers beeinflusst maßgebend den Schlaf. Foto: Public Domain CC-0 via http://pixabay.com/en/sleep-sleeping-rest-siesta-naps-264475/
Die Qualität des Schlafzimmers beeinflusst maßgebend den Schlaf.
Foto: Public Domain CC-0 via http://pixabay.com/en/sleep-sleeping-rest-siesta-naps-264475/

 

Unsere Ferienwohnung in der Schweiz hatte alles, was das Herz begehrt: tolle Ausstattung, große Fläche, atemberaubende Aussicht und himmlische Ruhe. Trotzdem brachten die Nächte für mich keine erstklassige Erholung. So wurde mir wieder deutlich bewusst, wie „verwöhnt“ ich bin, wenn es ums Schlafen geht. In meinem eigenen Zuhause habe ich das Glück, das Schlafzimmer nach zahlreichen Kriterien optimal gestalten zu können, was ich bereits bei der Bauplanung berücksichtigt habe.

Um wirklich gut schlafen zu können, muss nämlich eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigt werden. Es reicht nicht aus, eine günstige Schlafrichtung nach Feng Shui Kriterien zu wählen oder auszuschließen, dass eine Wasserader unter dem Bett fließt.

Bei der Planung meines Schlafzimmers habe ich die nachfolgende Kriterien berücksichtigt und auch weitgehend realisiert. Wahrscheinlich sind es immer noch nicht alle, doch ich habe erreicht, dass ich über die Schlafqualität überhaupt nicht meckern kann.

  1. Planung des Grundrisses:
    Ein Schlafzimmer soll im günstigen Bereich des Grundrisses liegen. Die Qualität der Bereiche lässt sich mithilfe einer Feng Shui Analyse ermitteln. Außerdem sollte sich der Raum möglichst im ruhigen, hinteren Bereich des Hauses befinden.
    Günstig ist eine gleichmäßige Raumform (Rechteck), ohne hervorstehende Ecken oder kleine Nischen. Für den optimalen Chi-Fluss sorgt die richtige Anordnung von Fenstern und Türen (nicht direkt gegenüberliegend). Das Bett steht optimal mit dem Kopfteil an einer festen Wand und erlaubt dem Liegenden den Raum und die Tür im Blick zu behalten. Wenn dann auch noch die persönlich günstige Schlafrichtung stimmt, dann haben Sie einen Glückstreffer gelandet.
    Ein Schlafzimmer muss nicht sehr groß sein, denn darin sollte sich nichts außer dem Bett (oder Betten) und eventuell einer Kommode oder einem Regal befinden. Üblicherweise steht in Schlafräumen ein großer, massiver Kleiderschrank, der die Nachtruhe stark stören kann. Kleider sind unsere zweite Haut, die stets mit dem Umfeld in Berührung kommt und seine Einflüsse aufnimmt. Diese stecken dann in der Kleidung und beanspruchen den Raum, den wir zur Erholung brauchen. Deshalb wäre es optimal bei der Bauplanung den Schlafraum lieber kleiner zu halten, zugunsten einer abgetrennten Ankleide.
  2. Baumaterialien und Ausstattung:
    Ein klassisches „Stein-auf-Stein-Haus“ bewährt sich am besten. Seine massive Bauweise sorgt für Stabilität und braucht keine zusätzliche Dämmung von außen, wenn die Mauersteine richtig gewählt sind. Der Innenputz soll so natürlich wie möglich bleiben. Ich habe mich für recht dicken Lehmputz mit einem Anstrich aus Lehmfarbe entschieden. Dadurch können die Wände richtig atmen und sorgen für eine natürliche Feuchtigkeitsregulierung.
    Der Fußboden sollte nicht zu kalt sein und eine angenehme Haptik haben. Ein Holzboden, der nur geölt oder geseift wird, erfüllt diese Anforderungen. Mein Schlafzimmer hat einen Dielenboden aus ökozertifiziertem, europäischem Holz.
    Die Auswahl der optimalen Farbtöne resultiert ebenfalls aus der Feng Shui Auswertung. Es ist wichtig, dass in dem Raum auf starke Kontraste und grelle Farbtöne verzichtet wird.
  3. Geomantische Qualität:
    Es lohnt sich, einen erfahrenen Rutengänger durchs Haus und vor allem das Schlafzimmer gehen zu lassen. Nicht jede Wasserader muss schlecht sein und nicht jede Verwerfung den Schlaf rauben, doch wie die geomantische Qualität tatsächlich ist, dass kann nur eine fachfundierte Untersuchung vor Ort herausfinden. Falls eine relevante Störung vorhanden ist, sollte das Bett nicht an dieser Stelle stehen. Kompromisse mit diversen „Entstörungsmitteln“ bleiben meistens völlig wirkungslos und kosten nur Geld.
  4. Baubiologische Qualität:
    Mit Strom und Elektronik sollte man im Schlafzimmer äußerst geizig sein und sie am besten komplett aus dem Raum verbannen. Multimediale Unterhaltungselektronik, Computer oder Telefone gehören auf keinen Fall hierher. Die Grundversorgung mit Strom für Beleuchtung und Steckdosen kommt mit wenigen Kabel und Verteilerdosen aus. Der Stromkreislauf sollte außerdem an einen Netzfreischalter gekoppelt sein. Dieser unterbricht die Stromzufuhr sobald kein Verbrauch registriert wird. Das bedeutet jedoch, dass Sie keinen strombetriebenen Radiowecker o.ä. nutzen sollten. Ein Batteriewecker reicht vollkommen aus und schadet nicht.
    Elektromagnetische Strahlung kennt jedoch keine Raumgrenzen. So kann es passieren, dass Sie trotz der gerade beschriebenen Maßnahmen ein belastetes Schlafzimmer haben. Die Belastung kommt aus anderen Räumen (WLAN, DECT, Trafos etc.) oder sogar von der Nachbarschaft. Lassen Sie deshalb die elektromagnetische Belastung durch einen Baubiologen oder Messtechniker genau untersuchen. Er bzw. sie wird Sie auch sicher beraten können, wie eine Belastung verringert werden kann. Doch bleiben Sie bei allen dubiosen „Entstörern“, deren technische Wirksamkeit nicht nachgewiesen ist, äußerst skeptisch
  5. Bett und Bettzeug:
    Ähnlich wie bereits bei den Baumaterialien dargestellt, sollten auch ein Bett und die Bettwäsche, sogar der Schlafanzug so naturbelassen wie möglich sein. Ein Vollholzbett ohne Metallteile (auch keine Schrauben oder Verbindungen) sorgt dafür, dass keine Resonanzen anderer Störungen entstehen können. Sie bleiben in solch einem Bett optimal geschützt. Das gilt selbstverständlich auch für die Matratze, die keine Metallfedern haben sollte. Naturlatex oder hochwertiger Kaltschaum sorgen für die richtige Qualität. Andere Naturmaterialien wie Rosshaar, Schafswolle o.ä. sind nur empfehlenswert, wenn eine Allergieneigung bei den Bewohnern ausgeschlossen werden kann.
    Bettbezüge und Nachtwäsche aus Baumwolle oder anderen Naturstoffen ohne Zusatz von Kunstfasern sind angenehm für die Haut und laden sich nicht elektrostatisch auf.

Ja, es ist viel, was in einem optimalen Schlafzimmer zu berücksichtigen ist. Doch es lohnt sich, weil wir in dem Raum die meiste Zeit unseres Lebens verbringen, uns regenerieren und erholen.

In vielen Fällen werden sich nicht alle der genannten Kriterien erfüllen lassen, doch jeder Punkt, den Sie als „erledigt“ abhacken können, trägt seinen Beitrag zum gesunden Schlaf bei und lohnt sich beachtet zu werden.

Ich wünsche Ihnen stets erholsame Nächte und süße Träume. Und ich freue mich, mein Bett wieder zu haben :-)

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

 

Beitrag teilen:
Hedwig Seipel
Über Hedwig Seipel 112 Artikel
Hedwig Seipel wandelte 1998 ihr Leben um und machte ihr Hobby - die asiatische Lebensphilosophie - zum Beruf. Nach fundierten Ausbildungen im Feng Shui, Geomantie, Coaching und Training gründete sie eine eigene Praxis. Sie ist Sachbuchautorin, Dozentin, Seminarleiterin und Beraterin.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*