Feng Shui und die Kompass-Messung (Teil 2)

Wie wichtig eine exakte Kompassmessung für eine Feng-Shui-Analyse ist, das haben Sie im ersten Teil dieser Beitragsreihe gelesen. Darüber hinaus lernten Sie zwei mögliche Fehler im Umgang mit einem Kompass kennen. Heute erfahren Sie, welche Gefahren sonst noch bei der Bestimmung der Himmelsrichtungen lauern und wie diese zu vermeiden sind.

Vor diesem Gebäude wäre eine korrekte Kompass-Messung nicht möglich. Foto: H.Seipel
Vor diesem Gebäude wäre eine korrekte Kompass-Messung nicht möglich.
Foto: H.Seipel

 

Fehler Nr. 3: Falsche Körperhaltung.

Bei einer Kompassmessung kann, ähnlich wie im Sport, falsche Körperhaltung zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Verletzen können Sie sich zum Glück dabei nicht aber ein falsches Ergebnis bei der Messung der Ausrichtung eines Objektes ist genauso ärgerlich.

Warum ist es so?

Um korrekt messen zu können, müssen sie aufrecht und parallel zum Objekt stehen. Eine Verdrehung der Körperachse führt sofort zur Abweichung von mehreren Grad auf der Kompass-Skala. Eine kaum merkbare Verdrehung des Handgelenks (der Hand, die den Kompass hält) führt ebenfalls zu Fehlmessungen.

Wie ist die Körperhaltung korrekt?

Sie brauchen keine besondere Körperhaltung anzunehmen. Im Gegenteil, Sie sollen entspannt und locker stehen. Entspannt heißt aber nicht unkontrolliert. Deshalb gilt:

Stellen Sie sich gerade, beide Füße sind parallel zueinander und in etwas Schulterbreit.

Achten Sie darauf, dass Ihr Becken ebenfalls gerade ist und Sie das Körpergewicht auf beiden Beinen gleichmäßig verteilen.

Stehen Sie aufrecht, ohne nach vorne, zur Seite oder nach hinten zu kippen.

Halten Sie den Kompass in einer Hand und achten dabei, dass Sie ihn gerade, exakt in die zu messende Richtung halten. Verdrehen Sie während der Messung nicht das Handgelenk.

Halten Sie den Kompass auch parallel zum Boden, damit sich die Kompassnadel frei bewegen kann.

Den Kompass sollten Sie immer frei in der Luft halten und nirgendwo ablegen oder anlehnen. Ihn auf den Boden zu legen, wäre eine ganz schlechte Idee und würde mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Störungen zu falschen Ergebnissen führen.

Fazit: Kontrollieren Sie bei jeder Kompass-Messung Ihre Körperhaltung. Verdrehung der Körperachse führt zu Fehlmessungen.

Fehler Nr. 4: Störungsquellen übersehen.

Aus der Beschreibung des zweiten Fehlers wissen Sie, dass eine Kompass-Messung stets draußen durchgeführt werden soll. Doch auch im Freien lauern diverse Störungsquellen, die auf die Kompass-Nadel, ein sehr empfindliches Messinstrument, wirken.

Die Kompass-Nadel reagiert auf magnetische Einflüsse, im korrekten Fall des magnetischen Nordpols der Erde. Leider können andere magnetische Elemente in der direkten Umgebung die Nadel beeinflussen und so die Messung der Himmelsrichtung verfälschen.

Magnetisch wirkt alles, was sogenannte „ferromagnetische“ Metalle enthält. Dazu zählen Eisen, Kobalt, Nickel sowie manche Legierungen.

Ein weiteres Problem können elektrische Leitungen darstellen. Auch sie lenken die Magnetnadel ab. Deshalb ist es wichtig, den Kompass während der Messung fern von allen möglichen Störungsquellen zu halten.

Wie weit ist weit genug, das hängt von der Stärke des störenden Magnets. Bei einem Metallzaun, einem Auto oder einer Straßenlaterne reichen ca. 1.5 bis 2m. Im Fall eines Starkstrommastes können bis ca. 50-80m notwendig sein.

Folgende mögliche Störungsquellen sollten Sie im Auge behalten:

  • eine Armbanduhr am Handgelenk der den Kompass haltenden Hand,
  • Metallschmuck (kein Gold oder Silber) als Kette oder Brosche,
  • große Metallknöpfe oder ein Reißverschluss aus Metall an der Kleidung,
  • ein Zaun, eine Straßenlaterne
  • ein Trafo-Häuschen
  • ein Auto oder Fahrrad
  • Elektroleitungen (über und unter der Erde)
  • ein Handy in der Jackentasche
  • Fenster und Türen aus Metall (außer Aluminium)

Fazit: Achten Sie bei der Kompassmessung auf alles auf, was mit Metall und/oder Strom zu tun hat. Halten Sie entsprechend großen Abstand zu solchen Objekten.

Fehler Nr. 5: Sich auf eine Messung verlassen.

Auch wenn Sie alles getan haben, um Fehler 1 bis 4 zu vermeiden, dürfen Sie nicht sofort davon ausgehen, dass eine Messung, die Sie durchgeführt haben, tatsächlich korrekt ist. Viele Störungsquellen und natürliche Anomalien des Magnetfeldes sind einfach nicht erkennbar. Deshalb ist jede Messung mit Kontrollmessungen zu überprüfen.

Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  • Führen Sie die erste Messung durch.
  • Bleiben Sie an dem gleichen Platz stehen und drehen sich um 90° nach rechts (eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn). Messen Sie jetzt die Richtung, in die Sie stehen. Ist das Ergebnis in etwa um 90° höher als die erste? Wenn ja, dann ist es ein gutes Zeichen.
  • Drehen Sie sich erneut um eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn weiter. Jetzt müssten Sie wieder 90° Differenz zu der vorherigen oder 180° zu der ersten Messung erhalten. Wiederholen Sie das Ganze noch einmal zur Kontrolle. Im Idealfall erhalten Sie am Ende den Wert der ersten Messung wieder.
  • Wenn nein, Sie erhalten z.B. eine Differenz der beiden Messungen von nur 80° oder 100°, dann ist der Messplatz wahrscheinlich gestört. Gehen Sie an einen anderen Ort, vielleicht an die gegenüberliegende Seite des Gebäudes und wiederholen die Messreihe.

Diese Prozedur kann unter Umständen etwas länger dauern und es können mehrere Messungen notwendig sein. Doch es lohnt sich, denn mit einem kontrollierten Messergebnis können Sie eine korrekte Auswertung starten.

Fazit: Geben Sie bei Messschwankungen nicht auf, sondern wiederholen die Messung an einem anderen Platz. Kontrolle nicht vergessen!

Die fünf besprochenen Fehlerquellen bei der Messung der geografischen Ausrichtung eines Objektes mit einem Kompass sind sicher nicht alle Fehler, die dabei gemacht werden können. Mit ein wenig Sorgfalt lässt sich aber an jedem Objekt eine korrekte Messung durchführen.

Ich wünsche Ihnen stets eine ruhige (Kompass-)Nadel.

Hedwig Seipel

www.fengshui-classic.de

 

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