Fugenlose Alternativen zu Fliesen

Fliesen sind sehr langlebig, aber sie besitzen viele Fugen, die Probleme bereiten können. Daher sind fugenlose Alternativen gefragt, die nicht nur pflegeleichter sind, sondern auch optisch großzügiger wirken.

Foto: Chris Urbanowicz / flickr CC BY 2.0
Foto: Chris Urbanowicz / flickr CC BY 2.0

Von der Nasszelle zur Wohlfühloase

Während Bäder in alten Häuser oft überhaupt fehlten, entwickelten sie sich zusehends von zweckmäßigen Waschräumen – oft viel zu klein und ohne Fenster – zu wohltuenden Körperpflege-Oasen, in denen man sich gerne länger aufhält als unbedingt notwendig. Mit diesem Wandel haben sich auch die Ansprüche an die Optik verändert. Fliesenbäder wirken meist nicht gemütlich. Außerdem sind die vielen Fugen anfällig für Schimmel, Risse, Verfärbungen und hartnäckige Verschmutzungen.

Mikrozement: Edel und hochwertig

Was ist Mikrozement? Mikrozement ist eine feine Spachtelmasse, die ähnlich wie ein Putz aufgetragen wird und durch seine plastischen Qualitäten sehr anpassungsfähig ist. Die Masse ist daher für unebene Altbauwände ebenso geeignet wie für gerundete Bauteile. Sie besteht im Wesentlichen aus Zement, Wasser, wasserlöslichen Harzen und dekorativen Zuschlagstoffen. Die Beschichtung kann nicht nur an den Wänden, sondern auch auf dem Boden und an der Decke erfolgen, um einen homogenen Raum-Eindruck zu erwecken. Durch die große Auswahl an Farben, Texturen, Zuschlägen und Lackierungen sind sehr viele Effekte möglich. Das Ergebnis ist stets einzigartig, denn es hängt nicht nur von den Zutaten, sondern auch von der Art der Aufbringung an. Allerdings ist die Herstellung von Mikrozement-Oberflächen ziemlich arbeitsaufwändig, weil mehrere Schichten erforderlich sind. Erst durch eine Versieglung wird die Beschichtung wasserdicht. Die fertige Oberfläche sieht wie ein feiner Beton oder wie Feinsteinzeug-Fliesen aus. Mit einer Gesamtstärke von 2 bis 3 Millimetern trägt das Material kaum auf und es kann auch auf bestehen Fliesen verwendet werden.

Wasserfeste Tapeten

Im Gegensatz zu Spachtelmassen sind Tapeten nicht für krumme und unebene Altbauwände geeignet. Jede Art von Buckeln würde sich durchdrücken und bereits die kleinste Wölbung sorgt dafür, dass sich die Tapete verzieht. Direkt im Nassbereich sind nur Spezialtapeten geeignet. Normale, wischfeste Tapeten genügen hier nicht. Nassraum-Tapeten bestehen meist aus Glasfasern und sind mit dem Hinweis „hoch-scheuerbeständig“ gekennzeichnet. Ungeeignete Tapeten würden durch die hohe Luftfeuchtigkeit und den Dampfdruck bald aufquellen und sich von der Wand lösen. Glasfasertapeten sind relativ schwer und steif und lassen sich daher mit gewöhnlichen Tapetenkleistern nicht anbringen. Sie werden vollflächig mit einem Dispersionskleber angeklebt. Mehr über die Vor- und Nachteile von Glasfasertapeten könnt ihr hier nachlesen: Pro und Contra Glasfasertapete

Alufolien

Ebenfalls auf Rollen sind tapeten-artige Alufolien erhältlich mit selbstklebender Rückseite. Bei strukturierten Folien ist darauf zu achten, dass sie zwar besser aussehen, sich aber nicht so leicht reinigen lassen wie glatte Oberflächen. Sie dienen als als Schutz vor Feuchtigkeit, Wasserdampf und Ölspritzern in der Küche.

Sanitär-Wandpaneele und Rückwand-Platten

Dünne, wasserfeste Wandplatten für Küche, WC und Bad sind auch für die Montage auf vorhandenen Fliesen geeignet. Sie werden vollflächig auf glatten Untergründen verklebt oder mittels Profilen und Silikon-Nähten miteinander verbunden. Es stehen sehr viele Farben und Dekor-Muster zur Auswahl. Auch Bambus-Platten und imprägnierte Holzbretter kommen in Frage – allerdings nicht direkt neben der Dusche.

Foto: Laura / flickr CC BY 2.0
Foto: Laura / flickr CC BY 2.0

Latexfarben zum Anstreichen

Die meisten Wandflächen im Bad werden nur gelegentlich mit ein paar Wassertropfen bespritzt und müssen keine andauernde Nässe aushalten. Bei allen Flächen, die sich rund um Waschbecken, Badewannen und WCs befinden, genügt daher ein Spritzwasserschutz. Anders ist es bei den Duschwänden, die zumindest kurzzeitig voll unter Wasser gesetzt werden. Diffusionsdichte Anstriche und Beläge haben den Nachteil, dass sie die Bildung von Schimmel fördern können, weil der Wasserdampf wie an einer Glasscheibe abprallt. Daher ist es keineswegs von Vorteil alle Wände bis zur Decke zu verfliesen, so wie es lange üblich war. Das gilt auch für dampfdichte Anstriche wie Latexfarben. Wenn durch irgendwelche feine Ritzen Wasserdampf in die dahinterliegende Wand gelangt, kann die Wand nicht austrocknen. Der Schimmel ist zwar an der Oberfläche nicht sichtbar, aber unterhalb vorhanden. Worauf bei der Auswahl von Latexfarben sonst noch zu achten ist: Latexfarbe – der ideale Anstrich für das Bad?

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Über Irmgard Brottrager 793 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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