Bienenluft-Inhalation: Therapie mit Luft von Bienen

Vor mehr als 30 Jahren schon entdeckte Imkermeister Hans Musch die heilende Wirkung von Bienenluft. Er entwickelte ein Gerät, mit dem die Luft direkt aus dem Bienenstock inhaliert werden kann. Inzwischen bieten nicht nur Imker, sondern auch viele Heilpraktiker die Bienenluftinhalation an. Nun geht allerdings eine thüringische Behörde gegen die Therapieform vor – wegen der davon ausgehenden Gefahren.

Apis Mellifera, lat. für Honigbiene Apis Mellifera, lat. für Honigbiene (Foto: Jimmy Smith)

Das örtliche Gesundheitsamt hat einer Heilpraktikerin aus Jena das Anwenden der Bienenlufttherapie unter Androhung eines Zwangsgeldes untersagt. Begründet wurde dieser Schritt mit der Gefahr von allergischen Komplikationen, die durch die Bienenluftinhalation entstehe. Es ist die Rede von einer „Gefahr für Leib und Leben und Gesundheit“ von Patienten.

Der Berufs- und Fachverband Freier Heilpraktiker sieht das naturgemäß ganz anders. Der Behördenakt sei ein unzulässiger Eingriff in das Berufsausübungsrecht der Heilpraktikerin. Sie selbst hat Widerspruch gegen den Bescheid vom Gesundheitsamt eingelegt und ist auch zu weiteren rechtlichen Schritten bereit.

Inhalation mit Blick auf die Blumenwiese

Inhalationstherapie im Bienenhaus Inhalationstherapie im Bienenhaus (Bildquelle: www.apiair-musch.de)

Wie eine Bienenluftinhalation vor sich geht, zeigt ein Beitrag der Landesschau vom Südwestrundfunk über den Imker Musch. Wer die Luft aus dem Bienenstock atmen möchte, nimmt in einem flachen Holzhaus mitten auf einer Wiese Platz. Die Bienenluft wird, nachdem sie zunächst einen Pollenfilter passiert hat, durch Schläuche aus den außen am Holzhaus angebrachten Bienenstöcken nach innen geleitet. Drinnen setzt man eine Inhalationsmaske auf Nase und Mund, schaut durch die großen Fenster hinaus auf die sommerliche Blumenwiese und atmet die warme Luft aus dem Bienenstock ein und aus. So sehr gefährlich sieht das nicht aus.

Wer unter einer Bienengiftallergie leidet, wird vielleicht vorsichtig sein, wenn es um die direkte Nähe zum Bienenstock geht. Und wer es mit der Bienenluft probieren möchte, sollte sich wahrscheinlich zunächst auf Allergien testen lassen. Aber ein Verbot dieser Therapiemethode wegen Gefahr für Leib und Gesundheit klingt doch sehr dramatisch.

Wellness statt Therapie

Wie schön, dass der Erfinder der Bienenlufttherapie dennoch so gelassen bleiben kann. Auch er hatte bereits Besuch von behördlicher Stelle. Doch Imkermeister Hans Musch kann mit einem Kompromiss gut leben. Demnach handelt es sich nun bei seinen Bienenluft-Inhalationsgeräten um reine Wellnessanwendungen.

Aufbau des Apiair-Geräts
Aufbau des Apiair-Geräts (Bildquelle: www.apiair-musch.de)

Von heilender Wirkung und therapeutischer Maßnahme ist keine Rede mehr, um jedem rechtlichen Streit aus dem Weg zu gehen. Auf seiner Internetseite finden sich die Hinweise auf den reinen Wellnesscharakter gleich an verschiedenen Stellen. Die positiven Erfahrungen, die Hans Musch und viele andere mit dem Einatmen der Bienenluft gemacht haben, zählen aus behördlicher Sicht nicht. Nötig wären vielmehr wissenschaftliche Studien, die die therapeutische Wirkung nachweisen. Solche Studien gibt es aber bislang nicht.

Für Hans Musch steht ohnehin fest, dass die Arbeit mit der Bienenluft nicht mehr wegzudenken ist. Er selbst kam auf die Idee, nachdem er die heilsame Wirkung am eigenen Körper erfahren hatte. Seine chronische Migräne ließ nach, als er die Luft aus seinen Bienenstöcken atmete. Die Entwicklung sei nun gar nicht mehr aufzuhalten, ist der Imkermeister überzeugt. Er hat bereits viele seiner Api-Air-Geräte an andere Imker verkauft, die ihrerseits das Einatmen von Luft aus ihren Bienenstöcken anbieten. Zudem habe er sein Patent in diesem Sommer in Peking verkauft. Das Interesse scheint also auch international groß zu sein.

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Über Susanne Raven 117 Artikel
Susanne ist freie Autorin und als Feng Shui Enthusiastin seit 2007 Betreiberin von Everyday Feng Shui. Die gelernte Logopädin hat sich zum Ziel gesetzt, traditionelles Feng Shui im deutschsprachigen Raum populärer zu machen. Susanne erreicht ihr unter info@everyday-feng-shui.de

3 Kommentare

  1. Hello, i,m mary and live in South of france, and i try To buy the system for the bienenluft. Could you give me adress To find it. Thanks you à lot for your answer. You Know in France nobody do it yet and is verry difficult for me To Begin this..and find informations
    Have a Good day with bees , mary

  2. Das ist wirklich unglaublich! Mein Mann ist Imker und Heilpraktiker-Anwärter und wir haben dieses Gerät auch von Herrn Musch erworben. Wir nutzen es im Freundes und Familienkreis und haben nur positive Erfahrungen damit gemacht und alle haben Linderung erfahren. Ich selber habe eine Bienengiftallergie und hatte mal einen Anaphylaktischen Schock, als ich selber noch geimkert habe. Auch ich nutze dieses Gerät und habe trotz meiner Bienengiftallergie nie Probleme! Mein Mann ist allergisch gegen Frühblüher und auch er nutzt dieses Gerät ohne Probleme. Ich finde es sehr Schade das man Herrn Musch so angreift, wo wir ihm alle sehr dankbar für diese tolle Erfindung sind.

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