Parawissenschaften versus Schulwissenschaften

Wissenschaften, die über den Tellerrand hinaus blicken, haben es nicht leicht. Nicht alles, was grenzwertig ist, ist pseudowissenschaftlich. Im Gegenteil: An der Grenze des bisher Bekannten wird es erst so richtig interessant!

Foto: Alan Levine / flickr CC BY 2.0
Foto: Alan Levine / flickr CC BY 2.0

Parawissenschaften und Paranormales

Diese beiden Begriffe haben die Vorsilbe „Para“ gemeinsam. Para bedeutet nichts Schlimmes, sondern so viel wie „nebenher.“ Also außerhalb der normalen Wissenschaften. Eigentlich sollte „Parawissenschaft“ ein Synonym für „Grenzwissenschaft“ sein, es wird im Sprachgebrauch jedoch wie „Pseudowissenschaft“ verwendet. Die Vermischung der Begriffe führt dazu, dass alles verunglimpft wird, was von der Schulwissenschaft abweicht. Eine gewisse Vorsicht kann nie schaden und ist sicher besser als blinde Wissenschaftsgläubigkeit. Diese Vorsicht ist aber bei ALLEN Wissenschaften geboten, nicht nur bei den Grenzwissenschaften.

Mit „parawissenschaftlich“ lässt ich alles abtun, was dem Geldsystem nicht dient

Fengshui und Geomantie gehören zu den Parawissenschaften. Parawissenschaften beschäftigen sich im Gegensatz zu Schulwissenschaften mit Wissensgebieten, die grenzwertig sind. Die Definition „Parawissenschaft“ wird oft ähnlich abfällig gebraucht wie „Esoterik“, „Verschwörungstheorie“ und „Pseudowissenschaften“. Für Parawissenschaften gibt es keine Auftraggeber und sie sind daher wesentlich unabhängiger als die bezahlten Wissenschaftler, die meist von mächtigen Konzernen finanziert werden. Das meiste, was uns als Wissenschaft verkauft wird, basiert nicht auf neutralen Untersuchungen, sondern ist auf die Interessen ihrer Auftraggeber zugeschnitten.

Für fundierte Parawissenschaften fehlt das Geld

Erkenntnisse im Randbereich des Wissenschaftlichen müssen meist mit einfachen Mitteln gewonnen werden. Durch persönliche Erfahrungen, Erfahrungsaustausch, Versuch und Irrtum, private Studien und Erprobungen. Allerdings steckt ein echter Wissensdurst dahinter, während es bei den Schulwissenschaften meist nur um Profit geht. Alles, was nicht schulwissenschaftlich erforscht ist, wird massiv diffamiert. So als würde es abseits des Schulwissenschaftlichen nichts Relevantes und Ernsthaftes geben. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall: Die Schulwissenschaft beschäftigt sich kaum mit Themen, die dazu beitragen, unser Dasein besser zu verstehen und das Leben zu vereinfachen. Daher werden eher die Tourismus-Möglichkeiten am Mond und Mars untersucht als Gelder für die Abschaffung von Armut investiert.

Überlieferte Volksweisheiten

Natürlich gehören auch langjährige Überlieferungen zu den Parawissenschaften und in das Reich des Aberglaubens. Empirisch gefundenes und gesammeltes Wissen ist kein wissenschaftlich anerkanntes Wissen.

Halbwissenschaftler gegen Parawissenschaftler

Es gibt sogar eine Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawisssen – kurz GWUP genannt. Es handelt sich hierbei um eine Organisation der „Skeptikerbewegung“, die nicht nur aus Wissenschaftlern, sondern auch aus interessierten Laien besteht. Diese halbwissenschaftliche Laienbewegung hat es sich zum Ziel gesetzt, ahnungslose Konsumenten vor bösen Esoterikern und ähnlichen „Betrügern“ zu schützen.

Foto: edwin.11 / flickr CC BY 2.0
Foto: edwin.11 / flickr CC BY 2.0

Was zählt zu den Parawissenschaften?

So genau ist das offenbar nirgends definiert. Jedenfalls habe ich keine Liste von parawissenschaftlichen Disziplinen gefunden. Zum Teil kann (bzw. konnte) man Parawissenschaften sogar studieren. Zum Beispiel hier:

  • Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften an der Viadrina Universität in Frankfurt an der Oder (scheint inzwischen nicht mehr zu existieren)
  • Natural Medicine an der Donau-Universität in Krems
  • Traditionelle Chinesische Medizin und Komplementärmedizin an der der Donau-Universität in Krems
  • Wahlfach Homöopathie an der Med-Uni Wien (wurde inzwischen gestrichen)
  • Materstudiengänge für Naturheilkunde: Die Liste der Universitäten ist zu lang, um sie hier wiedergeben zu können. Wer Interesse hat, findet sie unter diesem Link: Das Masterportal Österreichs. Es werden nicht nur österreichische Hochschulen angeführt, sondern es handelt sich um eine internationale Liste.
  • Geomantie und ganzheitliche Lebensraumgestaltung: Fachhochschule sgd, Studiengemeinschaft Darmstadt.
  • Ausbildum zum (zur) diplomierten Lebenraum Energetiker/in an der Vitalakademie in Linz.
  • Chinesische Ernährungslehre / Chinesische Diätetik an der an der Vitalakademie in Linz.
  • Viele „Parawissenschaften“ werden im Rahmen von anerkannten Heilpraktiker-Ausbildungen verbreitet.
  • Homöopathie kann man zum Beispiel am Institut für klassische Homöopathie in Lindau studieren.

Was sind Protowissenschaften?

Parawissenschaften können Protowissenschaften sein. Protowissenschaften sind Theorien, die noch nicht reif sind für schulwissenschaftliche Untersuchungen. Es kann sich hierbei um Annahmen, Vermutungen und Spekulationen handeln, die noch nicht gesichert und greifbar sind. Wenn alles, was man noch nicht sicher weiß, Proto- oder Parawissenschaft ist, wo bleibt dann ein legitimer und anerkannter Raum, um etwas zu entdecken, zu erfinden oder zu erforschen? Das Lösen von Rätseln, Unstimmigkeiten und offenen Fragen sollte eigentlich der hauptsächliche Arbeitsbereich von Wissenschaften sein. Denn das, was bereits gesichert ist, bringt uns nicht weiter. 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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