Öfen ohne Rauchabzug

In der kalten Jahreszeit sehnt man sich nach einem gemütlichen Kaminfeuer. Rauchfreie Feuerstellen sind eine interessante Alternative zu herkömmlichen Kaminöfen, die ein Abzugsrohr benötigen.

Ethanol-Feuer, Foto: Mike Seyfang / flickr CC BY 2.0
Ethanol-Feuer, Foto: Mike Seyfang / flickr CC BY 2.0

Zauberhafte Atmosphäre an langen Winterabenden

Weil das Wohnzimmer nicht wie eine verrusste Rauchküche aussehen soll, ist für Holzkamine ein Kaminrohr vorgeschrieben, das vorschriftsmäßig über Dach geführt ist. Die Errichtung von Schornsteinen ist jedoch teuer – und damit nicht genug. Denn sie müssen regelmäßig von Rauchfangkehrern gewartet werden. Außerdem ist es in alten Häusern kaum möglich, nachträglich Kamine zu errichten, wenn an den gewünschten Stellen keiner vorhanden ist. Viele Menschen wohnen in Mietwohnungen, wo sie keine baulichen Veränderungen durchführen dürfen, wenn der Eigentümer nicht einverstanden ist. Trotz dieser Hindernisse muss niemand auf wohligen Kaminzauber verzichten – auch wenn weder Holz noch ein Schornstein vorhanden sind. Wie das geht? Mit den folgenden Alternativen!

Bioethanol-Kamine

Bioethanol ist ein hochprozentiger Bio-Alkohol. Er wird meist aus Getreide, Mais oder Zuckerrüben hergestellt. Bei der Verbrennung entstehen keine russigen Abgase. Es gibt keine nennenswerte Geruchsentwicklung und keinen gefährlichen Funkenflug. Die Geräte sind völlig wartungsfrei. Die Menge an Wasserdampf und Kohlendioxid, die nach der Verbrennung in der Raumluft bleibt, ist gesundheitlich unbedenklich. Im Handel sind verschiedene Modelle zu finden: Für die Wandmontage sowie frei aufstellbar auf einem Tisch oder auf dem Boden. Nachteile gibt es allerdings auch: Der Brennstoff ist teuer und die Wärmeausbeute ist gering. Der CO2-Anteil in der Luft erhöht sich. Die Geräte haben hauptsächlich einen dekorativen Effekt und sind eine nette Investition, wenn man sie nur gelegentlich nutzen möchte.

Gel-Kamine

Gel-Kamine sind etwas günstiger als Ethanol-Öfen. Der Brennstoff ist hier ebenfalls Ethanol, das jedoch durch Beimengung von Zusatzstoffen etwas sicherer in der Handhabung ist und als gelartige Masse verkauft wird. Allerdings verbrennen die Zusätze nicht vollständig und der Brennraum bedarf daher einer Reinigung.

Elektrokamine mit künstlichem Feuer

Hier wird nichts verbrannt, sondern nur eine scheinbare Flamme erzeugt. Der Strom kommt aus einer gewöhnlichen Steckdose. Es entsteht spürbare Wärme und somit auch ein Heizeffekt. Das illusionäre Flammenspiel ist sogar per Fernbedienung regelbar und kann jederzeit abgestellt werden. Die Geräte sind relativ günstig zu haben, und auch wenn alles nur Show ist, sehr dekorativ.

Gasöfen und Gaskamine

Im Prinzip kann man jeden Küchen-Gasofen oder Etagen-Gasbrenner zum romantischen Gasofen umtaufen. Es ist im Prinzip nur eine Frage der Gestaltung. Räume, in den Gasöfen aufgestellt sind, brauchen keinen Kaminabzug, sondern nur ein gewöhnliches Lüftungsrohr damit die Frischluftzufuhr gewährleistet ist. Der Brennstoff kommt von einer vorhandenen Gasleitung oder von einem separaten Gastank. Der Betrieb ist ähnlich günstig wie beim Elektrokamin, die Flammen sind jedoch echt. „Gaskamine“ sind keine echten Kaminöfen, sehen jedoch genauso aus wie Holzkamine und sind in den unterschiedlichsten Design-Ausführungen erhältlich.

Interessante Kombination aus Küchenofen und Kaminofen, Foto: Küchenofen-Karen Roe / flickr CC BY 2.0
Interessante Kombination aus Küchenofen und Kaminofen, Foto: Küchenofen-Karen Roe / flickr CC BY 2.0

Kerzenkamine, Kerzenlaternen und Kandelaber

In den letzten Jahren machten selbstgebaute Kerzenöfen die Runde, die durch ihre spezielle Bauart nicht nur Licht spenden, sondern auch Wärme abgeben und daher als Übergangsheizungen oder Zusatzheizungen geeignet sind. Es gibt aber auch fertige Kerzenkamine im Handel, die aus gerahmten Nischen bestehen, in die man eine Anzahl von Kerzen stellen kann. Sie sind eine schöne Idee, wenn man nicht täglich, sondern nur zu besonderen Anlässen ein Feuer anzündet. Allerdings sollte man auf das Lüften nicht vergessen, wenn man viele Kerzen mehrere Stunden lang brennen lässt.

Feuerschalen und Grillöfen für Garten und Terrasse

Wer sagt denn, dass das Feuer im Wohnzimmer brennen muss, um es genießen zu können? Wer über eine Terrasse mit großzügiger Verglasung verfügt, kann das Schauspiel auch durch die Scheiben hindurch bewundern. Wärmer wird es freilich nicht im Raum, aber es spricht nichts dagegen, den Grill auch im Winter zu benutzen. Der Grill sollte einen Deckel besitzen (ideal ist ein Kugelgrill), damit trotz Minustemperaturen eine schöne Glut entsteht.

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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Geomantie.Netzwerk Graz + Umgebung

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