Raumgestaltung aus Holz senkt den Herzschlag

Dass eine Raumausstattung aus Holz die Herzfrequenz senkt und das Raumklima positiv beeinflusst, konnte jüngst in einer Studie des Instituts für Nichtinvasive Diagnostik am Forschungszentrum Joanneum nachgewiesen werden. Die Untersuchungen wurden an Schülern einer steirischen Schule durchgeführt.

In Österreich wurde in einem Pilotprojekt die Wirkung alternativer Unterrichtskulissen erprobt. Dafür wurden zwei Klassenräume der Volksschule des obersteirischen Wintersportortes Haus im Ennstal mit überwiegend massiven Holzwerkstoffen ausgestattet. Zwei weitere Räume ohne Holzmaterialien dienten der Überprüfung von Kontrollgruppen. Insgesamt wurde über einen Zeitraum des Schuljahres und der Ferien 2008/2009 alle zwei Monate der Herzschlag sowie der so genannte Vagustonus von 52 Schülern mit hochpräzisen mobilen Mini-EKG-Geräten gemessen.

Der Charme des Holzes
Holz hat Charme (Foto: Yvonne Eijkenduijn)

Das Ergebnis der Studie ist erstaunlich eindeutig. Die Forscher vom Institut für Nichtinvasive Diagnostik am Forschungszentrum Joanneum konnten zeigen, dass eine Holzumgebung in den Schulklassen eine positive Auswirkung auf das Herz haben. Maximilian Moser, der Instituts- und Studienleiter, über die Motivation der Forscher: „Bisher konzentrierte sich die Forschung auf die Wirkung von Raumklima, Luft, Lärm, Licht, Farbe, Ergonomie und Anordnung der Möblierung. Wir wollten erforschen, inwiefern das Material eine Rolle spielt“.

Schüler der Schulklassen, deren Deckenlampe mit Holz verkleidet war, zeigten einen Herzschlag, der um sechs Schläge pro Minute unter dem der Vergleichsklassen lag. Der Wert des Herzschlages in den Holzklassen lag während der Schulzeit sogar unter dem Wert, der in den Ferien gemessen wurde. Insgesamt summierte sich die geringere Herzfrequenz auf 8.600 Herzschläge pro Tag weniger im Vergleich zu den Schülern der Kontrollgruppen in den Standardklassen ohne Holz.

Internationale Studien konnten zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen niedriger Herzfrequenz und höherer Lebenserwartung gibt. Dies kann man sich vorstellen wie bei einem Automotor. Je langsamer der Motor arbeitet und je weniger er beansprucht wird, desto länger ist seine Gesamtlaufleistung. Eine Auswirkung der Holzklassen auf die Konzentration und die Schulleistung der Schüler konnten die Forscher allerdings nicht nachweisen. Auffällig an den Messungen war jedoch, dass die Mädchen stärker auf die beruhigende Wirkung der Holzumgebung ansprachen als die Jungen.

Wodurch entsteht die positive Wirkung von Holz?

Warum das Herz von Kindern in den Klassen aus Massivholz ruhiger schlägt, ist noch nicht eindeutig geklärt. Die Forscher vermuten, dass im Holz enthaltene ätherische Öle bzw. eine durch den Werkstoff bedingte freundlichere Lichtatmosphäre für die gemessenen Effekte verantwortlich sein könnte. Auch weitere positive Eigenschaften des Naturmaterials könnten beteiligt sein: „Holz lädt sich weniger elektrostatisch auf, dadurch bleiben die günstigen negativen Luftionen erhalten“, so der Studienleiter.

Raumgestaltung aus Holz: Länger glücklich leben
Holz-Raumgestaltung: Länger glücklich leben (Foto: Amit Gupta)

Das Aussehen der Holzoberflächen allein kann jedenfalls nicht den Ausschlag gegeben haben. Vorstudien hatten gezeigt, dass Spanplatten mit optisch holzähnlichen Oberflächen keine vergleichbare Wirkung hervorriefen. In den beiden Versuchsklassen kamen Holzarten zum Einsatz, die jeweils am sinnvollsten erschienen: Die Wandverkleidung war aus preisgünstiger Fichte, der Boden wurde aufgrund seiner Belastbarkeit und Stabilität aus Eichenholz gefertigt und für die kleineren Elemente wie etwa die Lamellen der Lampen wurde Zirbenholz verwendet.

Holz als Baustoff und für die Inneneinrichtung

Aus den Studienergebnissen lässt sich unserer Ansicht nach auch schließen, dass die positive gesundheitliche Wirkung von Holz als Baustoff oder für die Inneneinrichtung von Wohnräumen bisher unterschätzt wurde. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Ämtern ist es aufgrund knapper Kassen nicht immer möglich auf billige Baustoffe wie Linoleumboden, Gipskartondecken oder beschichtete Spanplatten zu verzichten. In den eigenen vier Wänden jedoch sollte Holz als alternatives und natürliches Baumaterial stärker in Betracht gezogen werden.

Weitere Materialstudien müssen zukünftig zeigen, welche Holzarten am besten geeignetet sind, um eine erwünschte beruhigende Wirkung zu erzielen. Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, Holz bitte nicht als Allheilmittel für die Inneneinrichtung schlechthin zu betrachten. Laut Feng Shui ist es immer der Ausgleich der Elemente in der Wohnung, der die richtige Wohlfühlatmosphäre schafft. Bereiche, die der Entspannung dienen, sollten zu Zonen der Aktivität in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Viele Grüße
Euer Everyday Feng Shui Team
www.everyday-feng-shui.de

Quellen:
Alternative Unterrichtskulissen: Holz bremst Herz
Geringerer Stresslevel durch Holzumgebung
Raumausstattung aus Holz senkt den Herzschlag
Holz bremst den Herzschlag

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Long Wang
Über Long Wang 311 Artikel
Meister Long Wang ist seit 2007 Teil des Everyday Feng Shui Redaktionsteams und bereichert seither als Experte für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit seiner fernöstlichen Perspektive auf die Welt unsere Plattform. Zu erreichen ist er unter l.wang@everyday-feng-shui.de

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