Holz bringt Glück

Über das Holz und seine positiven Wirkungen habe ich hier erst vor kurzem geschrieben. Tatsächlich begegnet es uns praktisch überall – ob als Baum, Möbelstück, Baumaterial oder als Dekoration. Wir umgeben uns gern mit Holz, weil es warm und wohlig wirkt. Doch bringt es uns auch Glück?

Das Material Holz gilt seit Jahrhunderten als Glücksbringer. Dies hat sich auch in unserer Alltagssprache niedergeschlagen
Das Material Holz gilt seit Jahrhunderten als Glücksbringer. Dies hat sich auch in unserer Alltagssprache niedergeschlagen (Foto: Markus Spiske)

Selbst im übertragenen Sinn ist Holz allgegenwärtig. Abergläubisch bin ich nicht. Spreche ich aber die Hoffnung laut aus, dass etwas gut ausgehen soll, dann klopfe ich – toi, toi, toi – dreimal auf Holz. Dieses kleine Ritual fällt mir als erstes ein, wenn ich an Holz in der Sprache denke. Warum wir, wenn es um das Glück geht, ausgerechnet auf Holz klopfen, scheint nicht eindeutig geklärt zu sein.

Auf Holz klopfen
Auf Holz klopfen (Foto: Øyvind Wahl)

Es gibt verschiedene Erklärungen zum Ursprung des Ausspruchs „Klopf auf Holz“. So durfte in früheren Zeiten der Seemann dreimal auf den Mast eines Schiffes klopfen, bevor er sich für oder gegen das Anheuern entschied. Am Klang des Holzes konnte er nämlich erkennen, ob der Mast samt Schiff haltbar oder schon morsch war. Auch die Bergleute klopften früher auf Holz. Sie prüften damit, ob die Bergwerksstollen von stabilem, trockenem oder gar feuchtem, morschem Holz gestützt wurden. Das Klopfen auf Holz hatte also tatsächlich eine große Bedeutung für das weitere Lebensglück.

Aus gutem Holz

Der Spruch „Gut Holz!“ hat auch etwas mit dem Wunsch nach Glück zu tun. Allerdings geht es dabei nur um das Glück beim Kegeln. Es gibt noch allerlei andere hölzerne Redewendungen: Es geht um viel Holz, jemand ist auf dem Holzweg, ein anderer hat etwas auf dem Kerbholz und wird womöglich als Holzkopf bezeichnet, wieder jemand ist stark wie ein Baum, raspelt Süßholz, oder er ist aus gutem Holz geschnitzt.

Gut Holz! - Kegelspieler im 17. Jahrhundert
Gut Holz! – Kegelspieler im 17. Jahrhundert
(Kopie des Originalgemäldes „Game of Skittles“ von Pieter de Hooch, 1629-1684)

Bevor ich vom Hölzchen aufs Stöckchen komme, schlage ich besser wieder den Bogen zurück zum Holz in unserem Alltag. Draußen in der Stadt suchen wir das natürliche Holz vielleicht manchmal vergeblich. Drinnen aber begegnet es uns fast immer, wenn auch in verarbeiteter Form. Es sind ja nicht nur hölzerne Tische, Stühle, Schränke, Betten und Fußböden. Viele kleine Dinge im Büro oder zu Hause sind aus Holz und beeinflussen die Atmosphäre im Raum positiv. Fehlt dagegen jegliches Holz, wird jeder Raum unangenehm kalt.

Schnitzereien als Glücksbringer im Haus

Figur aus Lindenholz
Lindenholz-Figur (Bildquelle: www.lignoma.com)

Seit meine Kinder das Schnitzen entdeckt haben, ist bei uns zu Hause der Holzanteil noch einmal deutlich gestiegen. Gesammelte Äste aller Art und Größe werden zu lustigen Figuren, Kleiderhaken oder auch zu Schmuck verarbeitet. Die Dinge finden ihren Platz im Haus und sind definitiv eine Bereicherung. Wie man schnitzen lernt und schöne Beispiele für feine, professionelle Holzschnitzereien gibt es bei Lignoma.

Übrigens sind mir auch Alltagsgegenstände aus Holz besonders lieb. Man könnte ja meinen, dass es vollkommen unerheblich ist, aus welchem Material der Kochlöffel gemacht ist. Ich war aber richtig glücklich, als ich vor gar nicht langer Zeit endlich einen hölzernen Löffel fand, wie ihn meine Oma früher benutzt hat. Genau so einen Holzlöffel mit Loch hatte ich als Kind in der Hand und rührte damit stundenlang mit Begeisterung den Kuchenteig. Natürlich fühlt sich der Holzlöffel viel besser an als der Plastikgriff der modernen Edelstahl-Variante. Und ich bin sicher, dass mir jeder Kuchen mit dem Holzloch-Löffel viel besser gelingt.

Weitere Quellen:

www.dw.com – Gut Holz!
www.geo.de – Auf Holz klopfen

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