„Sonne in der Flasche“: LENR-Reaktor erreicht 1200°C

Während man in Deutschland noch über Solarförderung streitet, wird anderswo Menschheitsgeschichte geschrieben. Eine revolutionäre Form der Energiegewinnung, bekannt unter der Bezeichnung LENR oder auch „Kalte Fusion“, erlebt gerade einen gewaltigen Schub. Erste LENR-Reaktoren erreichen Temperaturen um 1200°C.

LENR-Reaktor im Testbetrieb am 16. Juli 2012: Im Inneren werden um die 1200°C erreicht
16. Juli 2012, LENR-Reaktor im Testbetrieb: Im Inneren werden Temperaturen um 1200°C erreicht (Bildquelle: www.cobraf.com)

Nahezu unbegrenzte, saubere und vor allem billige Energie rückt 2012 in greifbare Nähe. Gerade ist die NIWeek 2012 in Austin (Texas) zu Ende gegangen. Auf dem jährlich stattfindenden Technologieforum, das von National Instruments, einem der weltweit größten Anbieter von Messequipment und System-Design-Software veranstaltet wird, trifft sich das „Who is who“ der System-Design-Branche. In diesem Jahr stand die Konferenz unter dem Zeichen einer sich anbahnenden Energierevolution. LENR, im Angelsächsischen auch „Cold Fusion“ genannt, war der „Special Guest“ in Keynotes, Diskussionsrunden und im Ausstellungsbereich.

NIWeek 2012 – LENR Panel Diskussion (English)

Die Fortschritte, welche Firmen wie DEFKALION Green Technologies, Brillouin Energy und Leonardo Corp. auf dem Gebiet der Low-Energy Nuclear Reactions (oder kurz: LENR) machen, verfolgen wir mit großem Enthusiasmus. DEFKALION hat auf der NIWeek beispielsweise „Kampfpreise“ von 0,5 Cent je kWh ab 2013 für die Erzeugung von Wärmeenergie angekündigt und Leonardo Corp. berichtet von ersten Tests, bei denen mit LENR-Reaktoren in stabilem Betrieb Temperaturen um 1200°C erreicht wurden (siehe Foto oben). Die Höhe der Temperatur und die Menge an abgegebener Leistung im Vergleich zum Energie-Input ist entscheidend für eine effiziente Stromerzeugung in großem Stil. Auf diese Weise sollen LENR-Reaktoren zukünftig an bestehende Turbinen in Kernkraft-, Gas- oder Kohlekraftwerken angeschlossen werden.

Kommt noch in 2012 auf den Markt: Der 1MW-Reaktor "E-Cat" von Leonardo Corp.
Kommt noch in 2012 auf den Markt: Der 1MW-Reaktor „E-Cat“ von Leonardo Corp.
(Bildquelle: ecat.com)

Unabhängig von diesen großindustriellen Lösungen wird Leonardo Corp. noch in diesem Jahr den „E-Cat“ auf den Markt bringen, ein 1MW Reaktor in Größe eines Standardcontainers mit einem COP von 6, d.h. man erhält sechsmal so viel Energie in Form von Wärme zurück als man zum Betrieb des Reaktors hineingesteckt hat. Die offizielle Markteinführung erfolgt im Rahmen des Kongresses „Energiewende mit E-Cat-Technologie“ am 8. und 9. September in Zürich. In Planung sind zudem Reaktoren, welche die für den Betrieb von Mess- und Regulationstechnik notwendige Energie vollständig selbst produzieren. In 2013 soll ein 10kW E-Cat für den Hausgebrauch auf den Markt kommen.

Der „Sonne in der Flasche“ ein Stück näher

Alle diese Fortschritte zeigen, dass wir mit LENR der „Sonne in der Flasche“ einen beträchtlichen Schritt näher gekommen sind. Rapide sinkende Energiepreise bei deutlich geringerer Umweltbelastung werden uns schon bald die Chance geben, viele Dinge zu verbessern, die auf diesem Planeten derzeit im Argen sind. Unsere Welt und das Zusammenleben in unseren Gesellschaften werden sich dramatisch verändern. Es liegt an uns, das Beste daraus zu machen. Es wird Zeit, allen Menschen auf der Welt wieder neue Hoffnung zu geben. Der folgende „Cold Fusion Song“ ist dem kürzlich verstorbenen LENR-Pionier Martin Fleischmann gewidmet und gibt eine Ahnung davon, was sich fern aller kommerziellen Interessen viele Menschen wünschen „New Fire„:

www.everyday-feng-shui.de

3 Kommentare

  1. As awesome as we know BTE is, the maojrity of citizens are going to look at it as a vanity project ( those darned Trekkies! ) and not look into it beyond that until it gets the attention of the government. Cold Fusion, on the other hand, is directly related to their everyday lives because it could very well improve the quality of life in many ways. So until some serious thought is put into BTE by the government, I think this LENR petition has more potential to succeed than the BTE one last month, even with the new 100,000 signature requirement.That’s not to say we shouldn’t keep trying petitions for BTE the more exposure we get, the more likely we’ll get the attention of some notable government person.

  2. Richtig, es dreht sich alles ums Geld. Dem entsprechend ist es doch logisch, das vermeintlich saubere, erneuerbare Energie massivst gefördert wird. Dient das doch dazu die Steuereinnahmen dauerhaft nach oben zu fahren. Welches Interesse sollte ein deutscher Finanzminister an preiswerter Energie haben? Da wird erst umgedacht werden wenn die Industrie massenhaft aus Deutschland flüchtet, bloß, dann ist es zu spät.

  3. Technologisch wären wir schon längst in der Lage auf Atomkraft und Kohlekraft zu verzichten. Auch Benzin bräuchten wir nicht. Das Elktoauto wurde vor mehr als 100 Jahren erfunden. Aber auf dieser Welt dreht sich leider nur alles ums Geld. Deshalb wird das so schnell nichts werden mit den alternativen Energien. Das sieht man in Deutschland mal wieder, wo die Subvention für Solaranlagen gekürzt werden, damit die Energiekonzerne bloß nicht umschwenken müssen. Es gibt sogar eine Begrenzung, wieviel Strom man aus alternativen Energien (als Privatmann) ins Netz einspeisen darf. Damit rechnet sich dann eine Anlage nicht mehr, weil man die Amortisierung wahrscheinlich gar nicht mehr erlebt.

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