Lerche oder Eule: Welcher Schlaftyp seid ihr?

Die Zeit für einen Winterschlaf sollte inzwischen vorüber sein. Und da der Frühling noch nicht da ist, dürfte es noch keine Frühjahrsmüdigkeit geben. Trotzdem: Mich plagt derzeit eine bleierne Müdigkeit.

Zu dieser Jahreszeit plagt viele Menschen eine ungewöhnlich hartnäckige Müdigkeit Zu dieser Jahreszeit plagt viele Menschen eine ungewöhnlich hartnäckige Müdigkeit
(Foto: deliriant / flickr)

Vielleicht liegt es daran, dass ich die goldene Regel missachtet habe: Der Schlaf vor Mitternacht ist der gesündeste Schlaf. Das wussten schon unsere Großeltern. Tatsächlich kam ich jüngst kaum dazu, mich vor Mitternacht zur Ruhe zu begeben. Die Folgen spüre ich heftig. Von Erholung kann morgens keine Rede sein. Vielmehr macht sich ein Gefühl tiefer und anhaltender Müdigkeit breit.

Ausgiebiger Tiefschlaf

Schlafforscher sagen allerdings, dass es ziemlich unerheblich ist, ob der tiefe Schlaf vor oder nach Mitternacht stattfindet. Wichtig sei einzig, dass es eine ausreichend ausgiebige Tiefschlafphase gibt. Und die findet zu Beginn der Nacht statt – egal, wann die persönliche Schlafenszeit beginnt. Da das Einschlafen der Schlafforschung zufolge den meisten Menschen aber am besten in der Zeit zwischen 22 Uhr und Mitternacht gelingt, ist vielleicht doch etwas dran an der goldenen Regel.

Ohne Wecker würden es viele Menschen morgens nicht aus dem Bett schaffen
Ohne Wecker würden es viele Menschen morgens nicht aus dem Bett schaffen
(Foto: Toshiyuki IMAI)

Möglicherweise zähle ich ja auch zum Schlaftyp der Lerchen. Menschen dieses Typs gehen üblicherweise früh ins Bett und stehen entsprechend früh auf. Allerdings findet das frühe Aufstehen bei mir selten freiwillig statt, und gut gelaunt wie die Lerche bin ich dabei auch nicht unbedingt. Im Gegenteil, ohne Wecker käme ich nicht auf die Idee, noch vor dem Sonnenaufgang den Nachtschlaf zu beenden.

Zum Eulentyp zähle ich mich aber auch nicht. Eulen machen am liebsten die Nacht zum Tag, gehen also sehr spät schlafen und stehen am Morgen ebenfalls spät auf. Spät abends fühle ich mich aber kaum wie eine wache Eule, deren Augen sich mit zunehmender Dunkelheit weiten. Meine Augen werden fürchterlich müde am Abend.

Früh und spät topfit

Neulich las ich, dass die Schlafforschung zwei neue Schlaftypen in ihr Repertoire aufgenommen hat. Diese befinden sich mit ihren Schlafgewohnheiten und –vorlieben irgendwo zwischen Lerche und Eule. Demnach sind manche Menschen sowohl früh morgens als auch am späten Abend topfit. Andere wiederum fühlen sich früh wie spät eher schlapp und träge. Das könnte wohl derzeit auf mich zutreffen.

Bleibt die Frage, woher die bleierne Müdigkeit stammt und wie sie vertrieben werden kann. Vielleicht ist schlicht zu wenig Schlaf der Grund. Schweizer Forscher haben jedenfalls festgestellt, dass der Schlafmangel um sich zu greifen scheint. Eine Studie zeigte, dass die Schweizer heute durchschnittlich mit rund 40 Minuten weniger Nachtschlaf auskommen (müssen) als noch vor 30 Jahren. Als Hintergrund für die allgemein verkürzte Nachtruhe wird die heutzutage ständig Aufmerksamkeit fordernde Gesellschaft angenommen.

Schlaf als Wirtschaftsfaktor

Vielen Unternehmen ist Schlaf und Erholung ihrer Mitarbeiter nicht wichtig genug
Vielen Unternehmen ist Schlaf und Erholung ihrer Mitarbeiter nicht wichtig genug
(Foto: Fabio Venni)

Zu wenig Schlaf ist aber nicht nur ungesund für jeden Einzelnen. Schlafmangel schadet auch der Wirtschaft. Denn Entscheidungen, die unausgeschlafen getroffen werden, sind selten gut. Das kann in allen Bereichen böse Folgen haben. Für Wirtschaftsunternehmen bedeutet es vor allen Dingen einen Kostenfaktor, wenn ihre Mitarbeiter schlechte Entscheidungen treffen. Firmen sollte demnach viel an einem guten Schlaf ihrer Mitarbeiter liegen. Die derzeit oft diskutierte ständige Erreichbarkeit dürfte in diesem Zusammenhang wenig hilfreich sein.

Auf Dauer könnte uns das Gefühl für das persönliche Schlafbedürfnis abhandenkommen, wenn die Anforderungen von außen immer wichtiger werden. Natürlich spielen für einen guten und erholsamen Schlaf auch ganz praktische Dinge eine Rolle: Künstliches helles Licht vorm Schlafengehen sollte ebenso tabu sein wie Kaffee, Alkohol, schwere Mahlzeiten oder Hochleistungssport vor dem Zubettgehen. Wichtiger noch als solche praktischen Tipps scheint es mir aber zu sein, auf die innere Stimme zu hören. Meine rät mir derzeit deutlich zu der wissenschaftlich nicht belegten, aber dennoch goldenen Regel, den Schlaf vor Mitternacht zu suchen.

Quellen:

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Astrid Albrecht-Sierleja
Über Astrid Albrecht-Sierleja 158 Artikel
Astrid Albrecht-Sierleja verfügt als langjährige Malerin und Lackiererin über ausgesprochen praxisorientiertes Wissen und kennt als Produkt-Designerin die Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten im Wohn- und Arbeitsbereich. Astrid erreicht ihr unter a.albrecht@everyday-feng-shui.de

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