Zusammenlegung von Räumen: Weniger Zimmer – mehr Raum!

Im Zuge eines Umbaues einer Altbau-Wohnung in der Obersteiermark entstand aus zwei Kinderzimmern und einem Flur ein neues Wohnzimmer. Das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Blick Richtung TV-Wandr, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager
Blick Richtung TV-Wand, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Das alte Wohnzimmer lag nicht nur sehr weit von der Küche entfernt, sondern auch noch nordseitig. Eine Situierung direkt im Anschluss an die Küche war leider nicht möglich, weil eine fensterlose Diele angrenzte. Daher wurde die Diele zur Wohndiele erklärt und zusammen mit dem neuen Wohnraum entstand ein sehr großzügiges Raum-Kontinuum, in der sich das Familienleben frei entfalten kann Vor allem für die drei kleinen Kinder ist nun reichlich Bewegungsraum vorhanden, aber auch die sportlichen Eltern wissen die neue Bewegungsfreiheit zu schätzen.

 

Französische Fenster

Um die Belichtung zu verbessern wurden bei den beiden bestehenden Fenstern die Brüstungsmauern entfernt. Das dritte Fenster in der Mitte ist komplett neu. Als Absturzsicherung dienen nun „französische Balkone“ mit Metallsprossen-Gitter. Auf diese Weise kann das Sonnenlicht noch tiefer in den Raum eindringen als zuvor. Im relativ engen Innenhof wächst ein junger Laubbaum in die Höhe. Die Wohnung befindet sich im zweiten Stock und man kann nun gerade mitten in die Krone des Baumes schauen, wenn man auf dem Sofa sitzt. Diese grüne Kulisse im sonst städtischen Umfeld wertet den Raum zusätzlich auf. Eine Dachterrasse ist auch vorhanden, aber von der Küche aus zu begehen.

Blick Richtung Innenhof, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager
Blick Richtung Innenhof, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Gesunde Strahlungswärme

Was man auf den Fotos nicht sieht, sind die heiztechnischen Installationen. Die beiden Heizkörper unter den Fenstern wurden entfernt. Stattdessen wird der Raum nun über eine Wandheizungsfläche erwärmt, die sich hinter den TV-Anlagen über die ganze Länge erstreckt. Auch unter der weiß gefliesten Wandfläche hinter der Holzbank verbirgt sich eine Flächenheizung. Die Bank wird im Winter ähnlich warm wie eine Kachelofenbank und kann auch als Liegefläche benutzt werden. Die Rundbogen-Nische, die auf derselben Wandseite zu sehen ist, wurde zur Hälfte zugemauert. Früher war hier ein doppelflügeliger Eingang in das Wohnzimmer, das jetzt als Elternschlafzimmer mit zwei Schrankräumen fungiert.

Blick Richtung Kachelbank, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager
Blick Richtung Kachelbank, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Raumhohe Verglasungen

Um die Diele möglichst nahtlos einzubinden zwischen Ess-Küche und Wohnraum, wurde die Wand weitgehend abgebrochen. Nur zwei raumhohe Stützen sind stehen geblieben. Im mittleren Feld befindet sich eine Glas-Schiebetür. Die beiden anderen Felder sind fix verglast. Der Wohnraum kann nun zwar geschlossen werden, falls dies zum Beispiel aus akustischen Gründen sinnvoll ist, aber die Diele erhält trotzdem viel indirektes Licht. Die Kinder haben inzwischen die Diele weitgehend als Spielzimmer in Beschlag genommen und auch eine Wohnzimmerecke neben der Glastür mit diversen Spielmöbeln eingerichtet.

 

Weiß lasierte Eichendielen

Wenn man Räume zusammenlegen möchte, entstehen hauptsächlich Abbruch-Arbeiten. Bevor diese in Angriff genommen werden können, muss ein/e Statiker/in (oder eine Baufirma) prüfen, ob die Wände so ohne weiteres entfernt werden können. Nur wenn es sich um keine tragenden Wände, sondern um dünne Trennwände handelt, ist der Abbruch ersatzlos möglich. Auf jeden Fall entstehen Löcher im Fußboden, was dazu führt, dass man den gesamten Belag erneuern muss, wenn man kein Flickwerk möchte. Die umweltbewussten Bauherren haben sich für einen neuen Holzboden entschieden, da dieser heller sein sollte als der alte. In der Küche und in den Schlafzimmern wurde das alte Parkett belassen.

Blick Richtung Diele, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager
Blick Richtung Diele, Raum(mit)gestaltung + Foto (C) Irmgard Brottrager

 

Weniger ist mehr!

Mehr ist mehr, hat man früher meistens gedacht. Je mehr Zimmer, umso wertvoller die Wohnung. Und daher lange Flure gebaut mit möglichst vielen Zimmern, die oft nicht einmal zehn m2 groß waren. In unzähligen alten Häusern findet man diese spießigen Aufteilungen. Doch je kleiner die Räume sind, umso schwieriger sind sie zu möblieren. Wenn es dann auch noch an Raumhöhe fehlt, wie es bei vielen Dachgeschoßwohnungen der Fall ist, findet man kaum noch eine Fläche, wo man einen Schrank hinstellen kann. Auch wenn es schwer fällt, so viel Material abzureißen und zu entsorgen: Es zahlt sich nicht nur optisch aus, sondern es wird sogar Nettonutzfläche gewonnen! Große Räume lassen mehr Spielraum und sind ideal für multifunktionelle Nutzungen.

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 742 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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