Assoziationen, Analogien, Symbole in Geomantie & Feng Shui

Feng Shui und Geomantie bedienen sich überaus häufig einer Arbeitsweise, die in unserer kausalorientierten Welt zu nächst nur schwer verständlich ist: Über die Arbeit mit Analogien, die Beachtung von Assoziationen oder die Wirkung von Symbolen wird auf den Menschen und seine Umgebung eingewirkt.

Kosmogramm der Geomantie-Werkschule Hagia Chora im Allgäu
Kosmogramm der Geomantie-Werkschule Hagia Chora im Allgäu (Foto: Stefan Brönnle)

Die bekanntesten und kraftvollsten Analogiesysteme sind Symbole. Symbole, so schlicht sie auch sein mögen, drücken sehr viel mehr aus als uns der erste Anschein vermittelt. Nach C.G. Jung müssen wir das SYMBOL deutlich vom ZEICHEN unterscheiden. Ein Zeichen ist eine Abstrahierung einer eindeutigen Botschaft. Verkehrszeichen sind z.B. in diesem Sinne Zeichen. Sie sagen und “Halt!”, “bleib stehen!”, “Jetzt darfst Du gehen!”, “Falsche Richtung” usw. Sie wollen und müssen eindeutig sein. Ihr Verständnis richtet sich auf den mentalen Intellekt. Symbole dagegen sind niemals eindeutig. Sie geben eine unglaubliche Fülle an Bedeutungskontexten wieder. Symbole können auch nicht erfunden werden, sie können nur ins Bewusstsein dringen, gefunden werden. Ein Symbol ist somit wie ein Tor, durch das die gesamte seelische Bedeutungsfülle aus einer anderen Ebene zu uns dringt.

Kosmogramm, Werkschule Frankreich
Kosmogramm, Werkschule Frankreich

Ein Symbol ist dabei nicht ausschließlich eine grafische Darstellung, auch plastische Formen, Handlungen, ja Zustände, können symbolhaft sein. Wir können diese Symbole im Gegensatz zum Zeichen niemals mental verstehen. Ihre wirkliche Bedeutungsfülle erschließt sich uns durch den gefühlten Sinnzusammenhang. So ist auch jedes Symbol mit jedem anderen innerlich verbunden. Hätte man nur genügend Zeit, so könnte man aus jedem Symbol, jedes andere herleiten. Aus dem Viereck das Kreuz, aus diesem das Rad, aus diesem die Spirale, usw.

Wichtig ist, zu erkennen: Symbole wirken – auch ohne ein mentales Verständnis ihrer Bedeutung. Denn Symbole sprechen in unserem Innersten, unserem kollektiven Unbewussten, wie C.G. Jung es nennen würde, etwas an, das uns mit der Quelle des Seins selbst verbindet. Symbole sind das Tor und die Sprache unserer Seele.

Die Assoziation des Logos und Firmennamens

Die Assoziativkraft mancher Symbole ist kulturübergreifend
Die Assoziativkraft mancher Symbole ist kulturübergreifend

Häufig wirken somit Symbole, ohne dass es uns bewusst wird. Besonders problematisch wird dies in Bereichen, bei denen es auf die Öffentlichkeitswirksamkeit ankommt. Logos können so ins Gegenteil dessen umschlagen, was sie bewirken sollen. Manche Logos kann man vielleicht als unglücklich bezeichnen und sie mögen einem noch ein Lächeln entlocken, da plötzlich ganz andere Interpretationen assoziiert werden, andere dagegen können geradezu imageschädigend werden.

Ob Eltern wirklich Lust bekommen ihre Kinder beim "Kidsexchange" mitmachen zu lassen?
Ob Eltern wirklich Lust bekommen ihre Kinder beim „Kidsexchange“ mitmachen zu lassen?

Ähnliches gilt für Schriftzüge und Firmennamen. Firmennamen, die insbesondere in Bezug auf das vermarktete Produkt negative Assoziationen erzeugen sollte man meiden. Natürlich kann man nichts für seinen Familiennamen, doch erzeugt dieser eine mit dem Produkt verbundene Negativassoziation (Beispiele unter: www.unmoralische.de), so sollte man auf einen neutralen Firmennamen ausweichen.

Ungewollt komisch die Assoziation, welche vom Angebot und dem Namen der Therapeutin ausgelöst wird
Ungewollt komisch die Assoziation, welche vom Angebot und dem
Namen der Therapeutin ausgelöst wird

Natürlich kann der Witz einer Beziehung zwischen Personennamen und Firmenhintergrund auch durchaus förderlich sein, aber Vorsicht ist auf jeden Fall angesagt.

Assoziationen bei Privathäusern

Was für Logos gilt, gilt von der grundlegenden Wirkung her auch für Privathäuser. Die höchste Stelle des Hauses, der First, gilt von seiner Bausymbolik her als der Ort der Verbindung und Kommunikation mit dem Geistigen. Dachreiter wie kleine Glockentürmchen auf Bauernhäusern sind meist durch steil nach oben weisenden Firstschmuck gekrönt. Häufig zeigen sich hier Darstellungen von Sonne, Mond oder einem Stern. Auch die Kugel ist hier als ein solches planetares Symbol zu deuten. Doch wo früher Kreuze, Hörner und mythologische Gestalten wie Drachen den First schmückten und das Haus und seine Bewohner in Beziehung zu göttlichen Kräften setzen sollten, findet man heute Fernsehantennen oder gar Satellitenschüsseln, die wie zu alter Zeit die Verbindung “zu den Sternen” halten. Manche Satellitenschüssel trägt einen wenig erbaulichen Schriftzug: “SatAn”.

So holen Sie sich den "Satan" ins Haus.
So holen Sie sich den „Satan“ ins Haus.

Insbesondere im Eingangsbereich sollte unbedingt auf positive Assoziationen geachtet werden. Wenn man bedenkt, wie häufig man den Bereich des Hauseingangs passiert, ist die Wirkung einer negativen Assoziation – auch wenn sie unbewusst ist – nicht zu unterschätzen. Dazu zählen klassischerweise Mülltonnen unmittelbar am Eingangsbereich. Diese gehören zumindest in einem formschönen Häuschen o.ä. verborgen.

Umgekehrt sollte man sich als Berater die Mühe machen, die eigentlichen Assoziationen des Klienten zu erforschen. Die Hausnummer 13 mag für viele eine Unglückszahl sein, doch beschäftigt sich z.B. der Bewohner mit alten Mythen oder der Matriarchatsforschung, dann wird die 13 zur Zahl des Mondes und der Weiblichkeit (13 Mondmonate des Jahres) und ist plötzlich gar nicht mehr so negativ.

Ein toter Baum vor dem Haus mag für 80% der Bevölkerung assoziativ mit dem Tod und dem Verfall verbunden sein, doch lebt in dem Haus z.B. ein Entomologe (Insektenkundler), dann mag das Gewimmel unter der Borke eher ein Symbol für Leben sein.

Grundsätzlich gilt jedoch: Je stärker die Öffentlichkeit eine Rolle spielt (also bei Firmen), umso stärker sollte die kollektive Assoziation berücksichtig werden, je privater ein Haus ist, umso mehr sollte man die individuelle Assoziation der Bewohner berücksichtigen.

Analogien

Auch wenn es hier oft nicht so offensichtlich ist, folgen Analogien den gleichen Wirkmechanismen. Viele Analogien sind zutiefst in unsere kulturelle Erfahrung eingeprägt. Ein Beispiel dafür sind Himmelsrichtungsqualitäten, die in Feng Shui und Geomantie gerne und häufig Anwendung finden. Wenn Sie vor die Aufgabe gestellt werden die Jahreszeiten den Himmelsrichtungen zuzuordnen, in welche Himmelsrichtung würden Sie den Winter setzen? Den Sommer? Den Frühling und Herbst? Die Zuordnung des Frühlings zum Osten, des Sommers zum Süden, den Herbst zum Westen und des Winters zum Norden ist uns so selbstverständlich, dass wir dies kaum hinterfragen, obwohl doch im Winter überall Winter ist, egal in welche Himmelsrichtung wir uns wenden würden. Vielmehr herrscht eine Erfahrungsähnlichkeit zwischen der Jahreszeit und der Himmelsrichtung. Diese ist (zumindest nördlich des Äquators) überall ähnlich, weshalb sich die grundlegenden Qualitäten der Haupthimmelsrichtungen im asiatischen Feng Shui wie in der westlichen Geomantie durchaus gleichen: Der Osten ist der Neubeginn, der Süden die Fülle und Kraft, der Westen das „Ernte einholen“ und entspannen, während im Norden das physische zurücktritt und eher geistig-seelischen Prinzipien Platz macht. Die zugeordneten Elemente und Wandlungsphasen mögen sich unterscheiden, doch die Grundsymbolik bleibt bestehen.

Das BaGua und die acht Wandlungsphasen
Das BaGua und die acht Wandlungsphasen

Erweitert achtet man daher in Geomantie und Feng Shui auch auf andere Analogien: Wofür steht der Eingang eines Hauses? Im Feng Shui wird er z.B. als „Qi-Mund“ bezeichnet. Was befindet sich in der Mitte der Wohnung? Denn diese wird mit der seelischen Mitte der Bewohner assoziiert usw.

Gestaltete Symbole

Nicht zuletzt finden auch gestaltete Symbole Anwendung in geomantischen Systemen. Diese können kulturell feststehen wie z.B. das Bagua mit den Trigrammen im Feng Shui oder können kreativ neu gestaltet werden wie die sogenannten Kosmogramme.

Kosmogramm für die Hausmitte (Foto: Stefan Brönnle)
Kosmogramm für die Hausmitte

Dabei ist jedoch zu bedenken, dass wie oben beschrieben, Symbole nie wirklich erfunden werden können, dann wären es nur Zeichen. Aber sie können gefunden, in unterschiedliche Kontexte gesetzt und kreativ neu zusammengesetzt werden. Die vom Künstler und Geomanten Marko Pogacnik so benannten Kosmogramme sind solche kreativ auf eine Ortskraft oder eine bestimmte Wirkung auf diese ausgerichteten Symbole. Solche Kosmogramme wirken bis in geistige Räume hinein, initiieren dort Veränderungen, die sich wiederum auf der feinstofflichen und materiellen Ebene auswirken können.

Der Prozess der Erschaffung eines Kosmogramms ist schöpferisch, kreativ und intuitiv. Mentale Ideen über Bedeutungen der Symbole sind bei diesem Prozess eher kontraproduktiv, da sie die Glyphe eher zum Zeichen degradieren. Wohl aber können sie nach dem kreativen Prozess interpretiert werden.

Zumeist werden die Kosmogramme dauerhaft in Stein umgesetzt. Für Innenräume eignet sich aber auch das Malen, Gravuren in Glas u.ä. Bisweilen werden einfache Kosmogramme in Erdheilungsprozessen auch getanzt oder visualisiert.

Insbesondere innerhalb der Beraterszene finden Kosmogramme wiederum ihren Eingang in das Logo. Dies kann das Logo zu einer energetisch stark wirksamen Glyphe machen. Dennoch sollte man auch hier die Kriterien einer guten Logogestaltung berücksichtigen: Z.B. Einfachheit, Wiedererkennbarkeit, technische Umsetzbarkeit auf verschiedenen Hintergründen und natürlich – die Assoziation!

Über den Autor

Stefan Brönnle
Stefan Brönnle

Stefan Brönnle ist Landschaftsökologe und Geomant. Er gibt sein Wissen in Büchern, Publikationen und Seminaren weiter (www.inana.info).

Darüber hinaus arbeitet er als geomantischer Berater und Gestalter für Privatpersonen, Firmen und Kommunen (www.stefan-broennle.de).

Tipp! Aktuelles Seminar zum Thema: 24.-27.7.2014 in Niederbayern: Kosmogramme – Sprache des Göttlichen, Dozent: Stefan Brönnle

 

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