Missverständnisse bei den fünf Wandlungsphasen im Feng Shui

Die Erde ist ein Rechteck und ein Holz hat die Farbe Grün – so lauten die Entsprechungen der Wandlungsphasen und stoßen damit auf Widerstände unserer Logik. Warum sind sie aber doch noch richtig? Der Beitrag führt Sie in das Verständnis des Prinzips der Wandlungsphasen und macht deutlich, wie wichtig Beobachtung ist.

Das Verständnis der fünf Wandlungsphasen hat wenig mit Logik zu tun, sondern viel mehr mit dem Erkennen von Zusammenhängen und empirischer Erfahrung.

Obwohl wir wissen, dass Erde rund ist, nehmen wir sie als flach, mit horizontaler Ausdehnung wahr. Foto: Hedwig Seipel
Obwohl wir wissen, dass Erde rund ist, nehmen wir sie als flach, mit horizontaler Ausdehnung wahr. Foto: Hedwig Seipel

Das System der 5 Wandlungsphasen resultiert aus der Beobachtung der Natur und der natürlichen Vorgänge, die immer zyklisch ablaufen. Diese Beobachtung ist weder philosophisch noch wissenschaftlich. Sie basiert auf gesundem Menschenverstand und setzt voraus, dass die gesamte Natur, inklusive der Menschen, eine Einheit bildet und nach stets gleichen Gesetzmäßigkeiten funktioniert.

Doch wenn dem so wäre, warum werden der Wandlungsphase Erde die Form eines Rechtecks und waagerechte, horizontale Bewegung zugeordnet? Die Erde ist annähernd rund, rotiert um sich selbst und kreist um die Sonne.

Die Ursprünge der Beobachtung und Zuordnung der Wandlungsphasen gehen nachweisbar auf eine Zeit zurück, in der Menschen die Erde für eine flache Scheibe gehalten haben. Diese Annahme ist auf die Wahrnehmung, die wir haben, wenn wir auf der Erde laufen, zurückzuführen. Grundsätzlich nehmen wir die Erde unter den Füssen als eine flache Ebene, auch wenn man es manchmal bergauf oder bergab geht. Vor allem aber ist der Horizont eine gerade, waagerechte Linie. Diese Linie haben chinesische (und andere) Seefahrer stets wahrgenommen.

Am Beispiel Erde wird der Unterschied zwischen einem wissenschaftlichen Beweis (Erde ist rund und rotiert) und einer praktischen Wahrnehmung (Erde ist flach und wir bewegen uns auf der Erde in horizontale Richtung) deutlich nachvollziehbar.

Ähnlich verhält es sich mit der Wandlungsphase Holz, wobei hier weniger die Beobachtung, sondern viel mehr eine sprachliche Unzulänglichkeit zu dem Missverständnis geführt hat.

Um die Wandlungsphase Holz richtig zu verstehen, darf man kein Brett vorm Kopf haben. Foto: istockphoto/Tatiana Popova
Um die Wandlungsphase Holz richtig zu verstehen, darf man kein Brett vorm Kopf haben. Foto: istockphoto/Tatiana Popova

Welche Farbe haben Sie vor Ihrem geistigen Auge, wenn Sie an Holz denken? Wahrscheinlich denken Sie an Beige-Braun und haben wörtlich ein Brett – nicht vorm aber im Kopf. In unserem sprachlichen Verständnis bedeutet Holz vor allem ein Brett, ein Baumstamm, einfach das Material Holz. Diese Entsprechung ist zwar bei der Wandlungsphase Holz nur bedingt richtig. Hier handelt es sich vielmehr um das, woraus ein Brett geworden ist, nämlich um eine Pflanze.

Wenn ich Sie jetzt fragen würde, welche Farbe ordnen Sie grundsätzlich Pflanzen zu? Dann würden Sie sicher Grün antworten. Und so ist Grün auch die Farbe der Wandlungsphase Holz.

Bei einer Frage nach der Bewegungsrichtung hätten Sie beim „Brett“ wahrscheinlich Schwierigkeiten mit der Antwort. Bei Pflanze dagegen brauchen Sie sich nur ein junges, aus der Erde herauswachsendes Pflänzchen vorzustellen. Es wächst nach oben, der Sonne entgegen. Jede Pflanze, jedes Keimling bewegt sich nach oben, sehr zielstrebig und gerade. Die Form ist deshalb wie eine Säule nach oben gestreckt.

In Verbindung mit den Wandlungsphasen Erde und Holz spielt noch ein Aspekt eine interessante Rolle, nämlich die Polarität. In der Form des Holzes, das bedeutet aufrecht stehend, fließt das Chi durch uns durch (Himmels-, Mensch-, Erde-Chi). Wir „stehen auf der Leitung“ und sind sozusagen „eingeschaltet“. Die Polarität + (Kopf) und – (Füße) kann sich aufbauen. Legen wir uns hin, das heißt in die horizontale Form der Erde, legen wir den Schalter um und das Chi fließt vor allem im Körper aber nicht hindurch. In dieser Position können wir am besten abschalten (Schalter ist aus). Deshalb ist es so schwer im Stehen zu schlafen ;-). Damit sind die Formen des Holzes und der Erde polar (senkrecht / wagerecht) zueinander.

Die Beschäftigung mit den fünf Wandlungsphasen ist sehr aufregend und spannend. Man entdeckt Zusammenhänge, die wir zwar täglich beobachten aber uns deren Existenz gar nicht bewusst sind. Wenn Sie in das Thema etwas tiefer einsteigen wollen, lade sich Sie zu einem kostenlosen Webinar über das System der fünf Wandlungsphasen.

Ansonsten lesen Sie an dieser Stelle in einer Woche darüber, was eine leere Schale mit Reichtum zu tun hat.

Mit frühlingshaften Grüßen

Hedwig Seipel

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


*