Möbelgriffe zum Kaufen und Selbermachen

Die einen sind auffällig wie Schmuckstücke, während andere kaum oder völlig unsichtbar sind. Die Qualität der Beschläge trägt wesentlich dazu bei, ob ein Möbelstück billig erscheint oder wertvoll.

Ladenschrank mit sehr ungewöhnlichen Griffleisten, Foto (C) Associated Fabrication flickr CC BY 2.0
Ladenschrank mit sehr ungewöhnlichen Griffleisten, Foto (C) Associated Fabrication flickr CC BY 2.0

 

Ein und dasselbe Möbelstück kann mit unterschiedlichen Griffen und verschiedenen Fronten völlig anders wirken. Große Möbelhändler machen sich diese Effekte zunutze, um mit wenigen Standard-Teilen eine große Palette an Variationsmöglichkeiten zu bieten.

 

DIY-Griffe

Da Möbelgriffe recht teuer sein können, hier einige Inspirationen zum Selbermachen:

  • Lederschlaufe: Leder in Streifen schneiden, zu einer Schlaufe umbiegen und die Verbindungsstelle mit einem breiten Nagel an die Möbeltür (oder Schublade) nageln oder durchschrauben. Hier eine Anleitung: https://www.heimatbaum.com/schubladengriffe-aus-leder-diy/
  • Leder-Quaste: Ein kleines Loch bohren und eine Quaste durchfädeln, die auf der Innenseite so dick verknotet wird, dass sie nicht durchrutschen kann. Hier eine genaue Anleitung dazu: http://www.makeitboho.de/2015/07/diy-ledertassel-mobelgriffe.html
  • Modelliergriff: Beton-Mischung mit Wasser anrühren und in eine kleine Silikonform füllen. Vor dem Trockenwerden eine Schraubmutter hineindrücken und das Werkstück nach dem Aushärten abschleifen und von innen anschrauben. Alternativ kann man auch Kunstharz in Form gießen oder Kaltporzellan mit der Hand modellieren.
  • Stangengriff: Metallrohre oder Plexiglas-Streifen zuschneiden. Für die seitlichen Halterungen kleine Holzklötze zurechtsägen, die von innen angeschraubt werden. Die Steck-Verbindung zwischen Stange und Halterung erfolgt mit Löchern oder Nuten.
  • Zylindrischer Griff: Ein Loch bohren und eine passende Holzstange (oder Rundholzdübel) einleimen.
  • Lederschlaufe: Zwei Löcher bohren und ein Lederband durchziehen, so dass eine Schlaufe entsteht. Die Enden des Bandes auf der Innenseite zusammennieten.
  • Lochgriff: Ein größeres Loch bohren und die Kanten abschleifen.
  • Kantiger Knopfgriff: Ein Loch bohren, ein passendes Gewinde durchstecken und auf beiden Seiten mit Schraubmuttern oder Hutmuttern festschrauben.
  • Ast-Griff: Passende Aststückchen sammeln, zurechtsägen und mit Abstandhaltern anschrauben.
  • Klotz-Griff: Fertige Holzklötze (zum Beispiel von Kinder-Baukästen) von innen mit kurzen Holz-Schrauben anschrauben, so dass man außen keine Schraube sieht.

 

Sichtbare Griffleisten

Sie werden am Rand der Tür oder Schublade aufgesetzt und können entweder über die ganze Länge gehen oder kürzer sein. Im Querschnitt haben sie meist eine Haken- oder Mulden-Form.

 

Versteckte Griffleisten

Versenkte Griffleisten sind so angeordnet, dass man sie auf den ersten Blick nicht erkennt. Auffällig sind nur die etwas breiteren Fugen, durch die der Eingriff erfolgt.

 

Tip-on

Tip-on Beschläge sind von außen völlig unsichtbar, denn es gibt keine Griffe. Die Türen oder Laden öffnen sich durch Antippen. Man sieht nur einen Spalt von wenigen Millimetern. Das gesamte Beschlagssystem ist innen versteckt. Das Schließen erfolgt durch Zudrücken. Der Schließmechanismus arbeitet rein mechanisch mit Feder-Kraft, kann aber auch elektrisch unterstützt sein.

 

Elekrische Öffnungsmechanismen

„Servo Drive“ nennt sich ein System, mit dem Klappen, Auszüge und Kühlschranktüren auf Knopfdruck geöffnet werden. Bei Stromausfall ist eine manuelle Öffnung möglich. Während bei mechanischen Tip-on-Beschlägen die Fronten mit Fingerabdrücken übersät werden, bleibt bei der elektrischen Variante alles sauber. Versehentliches Öffnen durch spielende Kinder oder Haustiere ist nicht so leicht möglich.

 

Spalten

Eine fingerbreite Spalte genügt, um Türen und Schubläden öffnen zu können. Spalten sind eine sehr kostengünstige und elegante Lösung, wenn man sie bewusst einplant, denn das Design wird durch das Fugenbild bestimmt.

 

Löcher und Ausschnitte

Eingriffe durch Löcher sind eine gängige Methoden, um Laden und Schiebetüren zu öffnen. Die Ausschnitte können rund, halbrund, oval oder augenförmig sein und haben den Vorteil, dass nichts vorsteht.

 

Überstände

Möbeltüren lassen sich leicht öffnen, wenn die Frontplatte ein wenig über die Seitenfronten übersteht. Es ist kein Griff zu sehen.

 

Magnetverschluss

Zu Türen mit Überstand passen Magnetverschlüsse, die verhindern, dass das Türblatt aufspringt. Die Magnete sind auf den Innenseiten montiert und außen nicht sichtbar.

 

Schließmechanismen mit und ohne Dämpfung

Schließteile mit Stoßdämpfung verhindern, dass die Türen oder Schubladen unsanft zuschlagen.

Griff-Palette aus vergangenen Zeiten, Foto (C) Floodwall Projekt / flickr CC BY 2.0
Griff-Palette aus vergangenen Zeiten, Foto (C) Floodwall Projekt / flickr CC BY 2.0

 

Muschel- und Muldengriffe

Der Eingriff er erfolgt durch eine muldenförmige Ausnehmung, die meistens rund ist. Der Griff kann oberflächenbündig in das Frontholz eingelassen sein oder vorstehen.

 

Stangengriffe

Sie bestehen meist aus Metall und es gibt sie in verschiedenen Längen. Sie können gerade sein, aber auch gebogen.

 

Steg-Griffe

Steggriffe sind kurze Stangengriffe. Meistens sind sie rund oder kantig im Querschnitt.

 

Henkelgriffe

Sie sind ähnlich konstruiert wie Kofferhenkel. Der Griff ist an den Seiten gelenkig gelagert und kann nach vorne gezogen werden, während er im inaktiven Zustand nur wenig vorsteht.

 

Ringförmige Griffe

Ringgriffe sind wie Henkelgriffe zu bedienen, aber nur an einer Stelle gelenkig gelagert.

 

Knopf-Griffe

Hier gibt es eine riesige Auswahl an Farben und Formen. Meist sind sie rund oder sternförmig.

 

Knauf-Griffe

Knäufe sehen ähnlich aus wie Knöpfe, sind aber etwas größer und unterschiedlich geformt.

 

Mehrschichtige Öffnungsmechanismen

Um kleinkarierte Unterteilungen zu vermeiden, findet man nicht nur gewöhnliche Laden, sondern auch Schränke mit Innenladen im Handel. Um an den Inhalt zu gelangen, sind zwei Öffnungsvorgänge notwendig.

 

Gar keine Griffe

Es ist die Frage, ob jeder Behälter eine eigene Tür haben muss. Küchenregale und Kleiderablagen sind viel übersichtlicher, wenn alles offen ist. Eine große Schiebetür oder Ähnliches genügt, wenn man den Inhalt vor Besuchern verstecken möchte.

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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