Feng Shui und der Hauseingang

Der Eingang eines Hauses ist das Tor ins Leben der Bewohner. Bei einer Feng Shui Auswertung spielt deshalb der Eingang eine sehr wichtige Rolle und wird unter Berücksichtigung diverser Regel beurteilt. In dem zweiteiligen Beitrag, Teil 2 folgt am nächsten Dienstag, erfahren Sie, was ein Hauseingang über die Bewohner verrät und was Sie tun können, um ihn optimal nach Feng Shui Kriterien zu gestalten.

Der Eingang eines Hauses verbindet die Yang-Welt der unbegrenzten Aktivität des Äußeren (öffentliches Leben) mit der begrenzten Yin-Welt des Innenlebens in eigenen Räumen. In der früheren, klassischen Architektur befand sich deshalb der Eingang immer an der Vorderseite des Hauses. Davon können wir uns eindrucksvoll bei mondänen Herrenhäuser oder  prunkvollen Villen überzeugen. Bei einfacheren Häusern, zum Beispiel in typischen „Straßendörfer“, standen die Häuser zwar direkt an der Straße, hatten ihren Eingang an der Seite, vom Hof aus.

Ein Landhaus verfügte meistens über einen Eingang an der Frontseite. Foto: CC-BY-SA by Peter Schmelzle via Wikimedia Commons Grossgievietz-gutshaus
Ein Landhaus verfügte meistens über einen Eingang an der Frontseite.
Foto: CC-BY-SA by Peter Schmelzle via Wikimedia Commons
Grossgievietz-gutshaus

 

Heute wird der Eingang beliebig platziert, vorne, seitlich oder auch hinten. Je versteckter der Eingang liegt, desto klarer erkennbar und besonders einladend sollte der Zugangsweg gestaltet werden. Der Besucher, der zu Fuß oder mit dem Auto kommt, soll sofort erkennen können, wo es lang geht und sich auch willkommen fühlen.

Grundstücksbegrenzung und Zuweg

Ein geschwungener Zuwege führt zum seitlichen Eingang.  Foto: Hedwig Seipel
Ein geschwungener Zuwege führt zum seitlichen Eingang.
Foto: Hedwig Seipel

Wenn ein Haus von Mauern umgeben ist, sollten sich diese in einem gut proportionierten Abstand zu Eingangstür befinden und keinesfalls wie eine unüberwindbare Schutzmauer wirken. Das Tor und der Weg zur Eingangstür sollten eindeutig erkennbar sein und zum Betreten einladen.
Die Zone dazwischen, der Vorgarten, braucht liebevolle Pflege und gekonnte Gestaltung. Hier haben abgestorbene Pflanzen, zu stark wuchernde Büsche und Bäume oder lockere Gehwegplatten nichts verloren. Sie wirken destruktiv auf die Energie, die man mit ins Haus trägt.
Der Weg zum Eingang sollte nicht gerade verlaufen. Ein schnurgerader Fluchtweg beschleunigt den Energiefluss und erzeugt damit das sogenannte Sha-Chi. Sich in sanften Bögen schwingender Weg, der an den Seiten von schöner Bepflanzung umgeben ist, stört das vorteilhafte Sheng-Chi nicht und trägt so zum Wohlbefinden im Haus bei.

Haustür
Sehr wichtig ist auch das Aussehen der Haustür und ihre Proportion im Verhältnis zum Gebäude. Die Haustür kann mir dem menschlichen Mund vergleichen werden. So wie ein wohlproportioniertes Gesicht weder zu großen noch zu kleinen Mund hat, so soll sich auch die Haustür der Größe und der Form des Hauses anpassen. Eine Tür soll Sicherheit vermitteln und garantieren. Deshalb sind stabile Türen ohne oder mit nur kleinen Glaseinsätzen optimal. Vollglastüren, auch wenn Sie der Sicherheitsnorm entsprechen, grenzen nicht ausreichend ab. Unser Unterbewusstsein suggeriert uns Unsicherheit.

Treppen
Optimal ist, wenn sich die Eingangstür leicht erhöht von dem Zugangsweg befindet. Eine bis zwei flache Stufen bremsen den Energiefluss etwas ab und signalisieren eindeutig, dass man jetzt in die innere, persönliche Yin-Welt eintritt. Wenn die Topographie des Grundstücks eine Treppe erforderlich macht, dann sollte diese weder zu steil, noch zu hoch sein und entweder gerade oder in einem sanften Bogen verlaufen. Ihre Breite darf nicht zu knapp bemessen sein. Am Ende der Stufen sorgt eine wohlproportionierte Plattform für sicheren und bequemen Stand. Zu beachten ist auch der Belag der Stufen. Optisch glatt wirkende Oberflächen, auch wenn sie in Wirklichkeit rutschfest sind, erzeugen Unbehaglichkeit und die Angst vom Hinfallen. Eindeutige und gut erkennbare Markierung der Stufenkanten sorgt zusätzlich für gutes Gefühl und Sicherheit beim Betreten der Treppe.

Beleuchtung und Hausnummer
Gute Beleuchtung des Zugangsweges und der Tür sind selbstverständlich. Auch eine gut erkennbare und im Dunklen beleuchtete Hausnummer hilft jedem Gast sich zu orientieren. Im Normalfall sollte sich auch ein Namensschild an der Haustür oder am Tor befinden. Nur in berechtigten Ausnahmefällen kann darauf verzichtet werden. Achten Sie bitte darauf, wie sie wortwörtlich mit Ihrem Namen umgehen: Ist das Schildchen sauber und leicht lesbar? Passt seine Form, Farbe und Material zur Stilrichtung des Hauses? Das Namensschild ist Ihre Visitenkarte.

Türklingel
Ein Gast will und muss isch bemerkbar machen, wenn er an der Tür oder am Tor steht. Deshalb gehört eine Türklingel unbedingt zum optimalen Eingang. Sie soll auch einen angenehmen Klang haben und nicht zu laut läuten, damit der Gast nicht das Gefühl hält, auch die Nachbarschaft alarmiert zu haben.
Manche Häuser verfügen über eine Gegensprechanlage. Hier ist wichtig, dass die Sprechvorrichtung (Mikrophon) sich auf einer Höhe von ca. 1,6 bis 1,8 m befindet, damit sich eine erwachsene Person weder stark bücken, noch strecken muss, um verständlich antworten zu können. Die bei solchen Vorrichtungen übliche Schließanlage sollte gut wahrnehmbar sein und ausreichend lange betätigt werden. Eine Person, die Sie zum ersten Mal besucht, braucht etwas länger, um sich zu orientieren und die Tür zu offnen. Sorgen Sie dafür, dass sie nicht zweimal klingeln muss.

Die aufgeführten Anregungen zur Gestaltung des Eingangs muten nicht unbedingt nach Feng Shui an. Doch sie sind unabdingbar dafür, dass Sie und Ihre Gäste Ihr Haus gerne und wohlwollend betreten.

In Teil 2 erfahren Sie, wie der Eingang in einer Feng Shui Analyse berücksichtigt wird.

Hedwig Seipel

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