Das dritte Geschlecht: weder Yin noch Yang

Es gibt mehr davon, als man glauben möchte: Intersexuelle Menschen, die von Natur aus weder Frau noch Mann sind. Sie haben von beidem etwas und von keinem alles.

Foto (C) Derek Keats / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Derek Keats / flickr CC BY 2.0

Sind mischgeschlechtliche Menschen behindert? 

Diverse Tendenzen und Bestrebungen in der Gesellschaft, das angeborene Geschlecht nicht hinzunehmen, sondern selbst zu entscheiden, was man sein möchte, wirken äußerst irritierend. Denn niemand kann seine sexuellen Anlagen verändern, ohne sich operieren zu lassen und Medikamente zu nehmen. Leider entscheiden sich Zwitter-Menschen, die in der Kindheit nicht chirurgisch verstümmelt wurden, später oft selbst für chirurgische Eingriffe, um nicht länger zwischen den Stühlen zu sitzen. Doch es gibt auch viele, die einfach so sein wollen und anerkannt sein möchten, wie sie geboren wurden. Sie fühlen sich nicht minderwertig, krank oder behindert, sondern genauso attraktiv wie eindeutige Männer und Frauen. Gewiss kann man mit einem uneindeutigen Geschlecht genauso glücklich werden und lang leben wie mit einem eindeutigen.

Was nicht war, wie es sein sollte, wurde zwangsklassifiziert

Bis vor kurzem war es Pflicht, intersexuelle Menschen sofort nach der Geburt dem einen oder anderen Geschlecht zuzuordnen. Es gab kein Recht auf ein individuelles Geschlecht. Mischgeschlechtliche Menschen wurden oft im Neugeborenenalter operiert und verstümmelt, ohne gefragt zu werden. Die Eltern mussten nicht einwilligen und wurden nur unzureichend aufgeklärt. Danach entsprachen die Babys zwar äußerlich der Norm, hatten aber keine funktionierenden Geschlechtsteile. Die Anzahl der Intersexuellen in Deutschland wird auf zirka 160.000 geschätzt.

Offiziell heißen sie nun „Diverse“ oder „Intergeschlechtliche Personen“

Erst seit 2018 ist es in Österreich möglich, sich weder als Frau noch als Mann registrieren zu lassen, sondern als „Intergeschlechtlich“. Man spricht von auch von „alternativen Geschlechtsidentitäten“. Da man sich unter „Inter“ wenig vorstellen kann, wird sich wohl der Begriff „Divers“ durchsetzen. Immer, wenn Frauen und Männer voneinander getrennt werden – wie zum Beispiel bei WC-Anlagen, Umkleidekabinen und in Krankenhäusern, wird man nun öfter die Bezeichnung „Divers“ finden. Auch in Deutschland hat man sich auf „Divers“ geeinigt. In der Schweiz ist von „Geschlechtervarianten“ die Rede. Eine freie Geschlechterwahl besteht jedoch nicht. Wer alle Merkmale eines Geschlechtes aufweist, wird als männlich oder weiblich eingetragen. Ob sich jemand maskulin oder feminin fühlt, spielt keine Rolle.

Foto (C) Twitter Trends 2019 / flickr CC BY 2.0
Foto (C) Twitter Trends 2019 / flickr CC BY 2.0

Geschlechtliche Veränderungen durch Operationen

Die Palette reicht hier von Schönheits-OPs, die am Geschlecht nichts ändern, aber deren Merkmale verstärken oder abschwächen – bis hin zu „kompletten“ Geschlechtsumwandlungen. In der Praxis ist jede Operation eine Verstümmelung, denn vollständige Umwandlungen sind nicht möglich. Transgender-Personen sehen nur äußerlich wie verwandelt aus. Trotzdem ist eine juristische Anerkennung möglich, wenn die Umwandlung derart weitreichend erfolgt, dass vom ursprünglichen Geschlecht nichts mehr übrig ist. Warum tun Menschen sich das an? Ist es denn wirklich so wichtig, welches Geschlecht man hat? Wie kann man das angeborene Geschlecht derart ablehnen, dass man alle Merkmale wegschneiden möchte? Die Destruktivität, die aus mangelnder Selbstliebe resultiert, ist leider sehr nachhaltig und nicht reversibel.

Jeder Mensch hat weibliche und männliche Anteile

Zwar haben die meisten Menschen eindeutige Geschlechtsorgane, aber bei den sekundären Geschlechtsmerkmalen herrscht alles andere als Eindeutigkeit. Ob jemand fortpflanzungsfähig ist, ist eine andere Frage. Denn schließlich gibt es unter den eindeutigen Geschlechtern viele Menschen, die entweder asexuell sind oder aus religiösen Gründen keinen Sex praktizieren oder unfruchtbar oder sterilisiert sind. Asexuelle fühlen sich sexuell zu keinen anderen Menschen hingezogen. Und dann gibt es ja auch noch die vielen Homosexuellen, die sich nicht mit gegengeschlechtlichen Partnern paaren. Selbst bei den fruchtbaren Männern und Frauen gibt es viele, die sich ganz bewusst gegen Kinder entscheiden. Auf Grund dieser Vielfalt ist es völlig unmöglich, einen klaren Strich zu ziehen zwischen „normal“ und „gestört“. Der Begriff „Hermaphrodit“ stammt übrigens von den alten Griechen und bedeutet Zweigeschlechtlichkeit.

Intersexuelle aus ganzheitlicher Sicht

Diversität ist erfreulich, wenn sie im Einklang steht mit der Natur. Derzeit findet man in der „Szene“ kaum Menschen, die ungeschminkt aussehen und ihre Geschlechterrolle locker nehmen. Man kann nur hoffen, dass es sich um einen Selbstfindungsprozess handelt, der sich irgendwann einpendelt. Selbstverständlich hat jeder Mensch die Wahl, sich zu stylen, wie er möchte – egal ob er von Natur aus eher weiblich oder männlich ist. Aber wozu das ganze Theater? Wenn Menschen ein psychisches Problem damit haben, sich so zu zeigen, wie sie wirklich sind, kann selbst die teuerste Maskerade keine Abhilfe schaffen. Leider können auch viele „Normalgeschlechtliche“ nicht zu ihrem wahren Äußeren stehen. Das Äußere ist laut Feng-Shui keine zufällige Erscheinung, sondern eine Manifestation des Innenlebens.

(Unbeauftragte Werbung für Geschlechtervielfalt im Einklang mit der Natur.)

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Literatur-Übersicht

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