Feng Shui und die Kalebasse

Herbstzeit ist Kürbiszeit und Halloween ist auch nicht mehr weit. Deshalb bietet sich an, etwas über das besondere Verhältnis zwischen Feng Shui und Kürbissen, genauer gesagt Kalebassen zu schreiben. Der Beitrag reiht sich an die Artikel der letzten zwei Wochen an. Sie beschäftigen sich mit der Anwendung bestimmter Hilfsmittel im Feng Shui.

Bei einer Kalebasse, besser als Flaschenkürbis bekannt, handelt es sich botanisch um die Gattung Lagenaria, die in zwei Varianten vorkommt. In Afrika und Amerika wächst die Lagenaria siceraria und in Asien die Lagenaria asiatica, die bauchiger, flaschenähnlicher aussieht. Und genau diese spielen im Feng Shui eine nicht unbedeutende Rolle.

Kalebassen wurden auch in unserer Kultur besonders geschätzt. Foto: CC-BY-SA-3.0 / By Santiago2000 (Own work)
Kalebassen wurden auch in unserer Kultur besonders geschätzt.
Foto: CC-BY-SA-3.0 / By Santiago2000 (Own work)

 

„In der traditionellen Feng-Shui-Anwendung tragen sie den Namen Hulu. Ihre besondere Bedeutung für Heilung oder als Symbol für innere Organe ist in vielen Kulturen der Welt zu finden. Samenfunde aus Asien und Südamerika belegen, dass der Flaschenkürbis seit mehr als 10.000 Jahren bekannt ist. Dank ihrer bauchigen Form werden sie vor allem als Gefäße oder Musikinstrumente benutzt. Je nach Kultur hat die Kalebasse vielfältige symbolische Bedeutung.“*

Kalebassen wurden nicht nur in China, sondern auch in anderen Kulturen, sogar in Europa, vor allem als Gefäße für Arzneien benutzt. Sie eigneten sich einfach sehr gut dafür, weil sie die richtige Form hatten und nach dem Trocknen sehr haltbar und unempfindlich waren. Damit haben sie symbolisch Heilung bedeutet, auch wenn sie ohne ihren medizinischen Inhalt völlig wirkungslos waren.

Im Feng Shui hat man die Idee der Heilung auch auf den Raum übertragen. Die Brücke der Erklärung führt über die Trigramme. Eine Kalebasse ist bauchig und der Bauch entspricht dem Trigramm KUN, der Mutter und der Wandlungsphase Erde. Damit aus einer Kalebasse ein Behälter wird, braucht sie eine Öffnung. Diese Öffnung wird auch Mund genannt. Mund wiederum entspricht dem Trigramm DUI und der Wandlungsphase Metall. Metall entspricht auch dem Funktionskreis der Lunge, womit wir beim Atmen wären. Vereinfacht zusammengefasst heißt es: Ein kranker Bauch wird durch gesunden Atemzug geheilt. Ein Raum „atmet“ durch die Luftzirkulation. Wenn Luft in die Kalebasse hinein und wieder hinausströmt, dann entsteht der „heilende Atemzug“. Alles wunderbar und stimmig, nur wir dürfen nicht vergessen, dass die gesamte Wirkung auf rein symbolischer Ebene funktioniert.

Die Zugehörigkeit zu den Trigrammen KUN = 2 und DUI = 7 gibt auch vor, wo die Kalebasse im Raum wirken könnte, nämlich dort, wo nach der Methode der Fliegenden Sterne die Kombination 2-7 vorkommt. Meine eigene Erfahrung hat gezeigt, dass eine Kalebasse alleine keine Optimierung der 2-7 bewirkt, wenn nicht gleichzeitig andere, gestalterische Maßnahmen durchgeführt werden. Ob sie überhaupt hilfreich ist, das mag ich nicht entscheiden. Wahrscheinlich trifft auch hier das gleiche wie bei anderen Feng Shui Hilfsmittel zu: Man braucht sie nicht, aber wenn sie gefallen, warum nicht.

Kalebasse als Symbol des Reichtums. Foto: CC-BY-SA-3.0 / von Politikaner (Eigenes Werk) via Wikimedia Commons
Kalebasse als Symbol des Reichtums.
Foto: CC-BY-SA-3.0 / von Politikaner (Eigenes Werk) via Wikimedia Commons

Manchmal werden Kalebassen auch als Symbol für Reichtum angeboten. Tüchtige Geschäftsleute bemalen sie für diesen Zweck sogar mit goldener Farbe. Diese Symbolik ist auf die kostbaren antiken Amphoren und Vasen, die in China die Form einer Kalebasse hatten. Wer diese Gefäße besaß, war in jedem Fall reich. Sie selbst zauberten aber keinen Reichtum hervor.

Genießen Sie den schönen Herbst und lassen sich eine leckere Kürbissuppe schmecken. Sie ist garantiert reichhaltig – im Geschmack und in Nährstoffen.

 

Mit herbstlichen Grüßen

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

 

*Zitat aus: Hedwig Seipel „Das Märchen von den neun Sternlein“, Synergia Verlag, Darmstadt 2008, Seite 157

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