Feng Shui: Verwirrung mit „Blickrichtung“

Klassische Feng-Shui-Texte sind für uns kaum verständlich, weil sie in der chinesischen Sprache verfasst sind. Jede Übersetzung versucht zwar Klarheit zu schaffen, doch gleichzeitig entstehen dabei auch Verwirrungen. Häufig bekommt dabei ein Begriff unterschiedliche Bedeutungen. So hat auch die „Blickrichtung“ eine mehrfache Bedeutung. Gestern erreichte mich die Frage einer Blogleserin, welche Richtung beim Liegen als Blickrichtung gemeint sei. Eine gute und wichtige Frage, die ich gerne beantworte.

Je nachdem, ob Sie sitzen oder liegen, bedeutet die "Blickrichtung" etwas anderes.
Je nachdem, ob Sie sitzen oder liegen, bedeutet die „Blickrichtung“ etwas anderes.

„Blickrichtung“ bedeutet zuerst die Richtung des Blicks. Der Blick kann sich im Feng Shui auf eine Person oder auch auf ein Haus bzw. ein Grundstück beziehen.

Über die Blickrichtung eines Hauses können Sie gerne im Beitrag „Wo ist vorne?“ nachlesen.

Bei Personen brauchen wir die „Blickrichtung“ in Verbindung mit den sogenannten „persönlichen Richtungen“, die anhand der Kua-Zahl ermittelt werden.

Die Kua-Zahl selbst können Sie gerne selbst hier berechnen. So erhalten Sie insgesamt vier günstige und vier nicht so optimale Richtungen, die Sie bei der Einrichtung Ihrer Wohnung berücksichtigen können.

Bitte beachten Sie dabei, dass als „Blickrichtung“ beim Liegen die Richtung des Kopfes verstanden wird. Beim Sitzen oder Stehen ist die Richtung, in die Sie blicken, gemeint.

Die Bedeutung der persönlichen Richtungen leitet sich von den „Transaktionsgesetzen“, die eine Bestimmte Wandlung der Trigramme beschreiben. Diese zu erklären, würde den Rahmen des Beitrags deutlich sprengen. Für die praktische Anwendung ist wichtig zu wissen, dass die Bedeutungen niemals wörtlich zu nehmen sind. Ein Beispiel:

Die Richtung Wu Kwei kann chaotische Verhältnisse begünstigen, Verwirrung stiften und Zweifel aufkommen lassen. Es ist die Richtung, in der wir unsere Ziele aus den Augen verlieren können. Das bedeutet nicht, dass so etwas passieren muss. Bitte beachten Sie, dass die beschriebene Wirkung lediglich eine mögliche symptomatische Empfindung verdeutlicht. Auf Ihr Wohlbefinden haben andere Merkmale der Raumgestaltung, wie z.B. die richtige Auswahl der Farben und Materialien wesentlich stärkeren Einfluss.

Die günstigen Richtungen können Sie nach Möglichkeit zum Schlafen, Arbeiten und Erholen nutzen. Doch auch hier gilt: Maßgebend für eine optimale Sitz- oder Schlafposition ist der Energiefluss im Raum. Erst wenn die Bedingungen dafür erfüllt sind, dann können die persönlichen Richtungen berücksichtigt werden.

Für eine optimale Bettposition gilt:

  • hinter dem Kopf eine feste Wand, evtl. ein Schrank oder geschlossener Raumteiler
    in der ruhigsten Ecke des Raumes
  • außerhalb der direkten Verbindungslinie zwischen Fenster und Tür
  • das Zimmer möglichst im Blick.

Eine optimale Schreibtischposition erfüllt folgende Kriterien:

  • geschützter Rücken, d.h. hinter dem Rücken eine feste Wand, Regal, Raumteiler oder Schrank
  • in diagonaler Richtung zu Tür, Tür im Blick
  • außerhalb der direkten Verbindungslinie zwischen Fenster und Tür
  • freier Blick auf den Raum
  • möglichst Lichteinfall seitlich, von links bei Rechtshänder bzw. von rechts bei Linkshänder.

Unter praktischen Bedingungen bleiben häufig wenige Möglichkeiten das Bett oder den Schreibtisch optimal im Chi-Fluss zu positionieren. Deshalb kann nicht immer eine der persönlich günstigen Richtungen beachtet werden. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern, Sie können trotzdem glücklich und gesund in Ihrem Haus leben.

Mit optimal ausgerichteten Grüßen

Hedwig Seipel
www.fengshui-classic.de

2 Kommentare

  1. Eine recht bekannte Feng-Shui-Beraterin im Antwortmail: „Aufgrund Ihres Geburtsjahres 1972 sind für Sie der Südwesten und Norden besonders förderliche Richtungen.
    Das bedeutet, Ihr Blick sollte am Schreibtisch oder im Bett sitzend in diese Richtungen gehen.“ Was stimmt nun?

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