Geheime Pfeile: Auswirkungen und Entschärfung

Sie grenzen an schwarze Magie.  Jedoch handelt es sich selten um gezielte Angriffe, sondern sie entstehen meistens unbewusst. Auch wenn sie gar nicht wahrgenommen werden, können sie Stress erzeugen.

Diese offensichtlichen Pfeile zeigen in die Luft und sind daher nicht gefährlich. Foto (C) Zeev Barkan / flickr CC BY 2.0
Diese offensichtlichen Pfeile zeigen in die Luft und sind daher nicht gefährlich. Foto (C) Zeev Barkan / flickr CC BY 2.0

 

Unter geheimen Pfeilen oder „Giftpfeilen“ verstehen Feng-Shui-Experten spitze Bauteile, die geeignet sind, Energien zu bündeln und in eine Richtung zu schicken. Diese Energien müssen nicht unbedingt schädlich sein. Es kommt darauf an, was sich gegenüber befindet und wie weit weg es ist. Frei stehende Gebäude, die auf einer Anhöhe stehen, werden kaum jemandem schaden, sondern die spezielle Ausrichtung kann geomantische Gründe haben.

 

Schneidendes Sha Chi (negatives Chi)

Dass Linien „stechen“ können im Auge, kann jeder selbst überprüfen, indem er offene Türkanten, Spiegelkanten, Kanten von Regalbrettern und andere lineare Elemente direkt in Augenhöhe platziert. Ja, das tut richtig weh! Scharfe Kanten in Augennähe können zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit führen, wenn sie sich direkt neben dem Bett, Sofa oder Arbeitsplatz befinden. Es ist daher wichtig, diese unangenehmen Effekte bei der Anordnung von Möbelteilen zu vermeiden, wenn man eine Wohlfühl-Wohnung gestalten möchte.

 

Ungünstige Raumecken

Ecken sind generell problematisch, weil sich das Chi (die feinstoffliche Lebensenergie) entlang der geraden Wandflächen bewegt und es in der Ecke zu einem Kreuzungspunkt kommt. Nach dem Prinzip „Energie folgt der Aufmerksamkeit“ lässt sich dieser Effekt ganz leicht mit dem Auge nachvollziehen. Wenn man direkt in die Ecke blickt, beginnen die Augen zwischen den Kanten hin und her zu flackern und es entsteht Stress. Daher sollte man seinen Arbeitsplatz nie so anordnen, dass man vor einer Raumecke sitzt. Auch Betten in Außenecken von Gebäuden stehen sehr ungünstig.

 

Schnurgerade Straßen mit Pfeilwirkung

Grundsätzlich kann jede gerade Straße, die direkt auf ein Haus oder einen Platz gerichtet ist, als bedrohlich oder stressend wahrgenommen werden. Wie viel Energie sie tatsächlich hat, hängt erstens von der Länge ab und zweitens von der Schnelligkeit der Fahrzeuge. Wenn ständig tausende Kraftfahrzeuge im Autobahn-Tempo auf ein Haus zurasen, so ist das sicher nicht von Vorteil. Handelt es sich jedoch um eine Fußgänger-Allee, wird sich die Belastung in Grenzen halten oder sogar ein positiver Effekt vernehmbar sein.

 

Stress durch technische Einrichtungen

Zum „Dorn im Auge“ können nicht nur diverse Masten werden, wenn sie direkt vorm Fenster stehen, sondern auch Seilbahnen, Züge, Straßenbahnen und Hochspannungsleitungen, die die Aussicht „zerschneiden“. Auch Stacheldrahtzäune lösen keine angenehmen Gefühle aus. Wer kein Problem damit hat, sollte sich nicht unnötig beunruhigen, denn letztlich kommt es auf das subjektive Befinden an. Feng-Shui-Regeln sind nicht dazu da, um Angst und Sorgen zu schüren.

Als „Rote Pfeile“ wurden 1930er-Jahren die Leichttriebwägen der Schweizerischen Bundesbahnen bezeichnet. Foto (C) Kecko / flickr CC By 2.0
Als „Rote Pfeile“ wurden 1930er-Jahren die Leichttriebwägen der Schweizerischen Bundesbahnen bezeichnet. Foto (C) Kecko / flickr CC By 2.0

 

Absichtliche Pfeile sind selten

Nur sehr selten werden Kanten bewusst einbaut, um sich von ungeliebten Nachbarn abzuwenden oder ihnen die „Ellbogen“ zu zeigen im übertragenen Sinne. Die meisten Menschen haben ein größeres Bedürfnis nach Privatsphäre als nach nachbarschaftlichen Kontakten. Daher besteht fast immer die Tendenz, den Nachbarn den Rücken oder die Flanke zu zeigen. Es kommt sogar vor, dass Hausbesitzer absichtlich reflektierende Materialien einsetzen, um einen Nachbarn zu blenden. Bei dreieckigen Grundrissen ergeben sich automatisch spitze Ecken in drei Richtungen.

 

Wie kann man scharfe Kanten entschärfen?

Sollte man das Gefühl haben, dass ein Nachbar zu unfairen Maßnahmen greift, um Blicke in sein Revier zu verhindern, so sollte man dies in erster Linie respektieren und nicht dagegen ankämpfen. Schließlich hat jeder Mensch das Recht, sich abzugrenzen. Scharfe Elemente lassen sich am einfachsten mit Pflanzen entschärfen. Sollte dafür kein Platz vorhanden sein, sind auch Textilien und Girlanden geeignet. Im Notfall kann man stabförmige Elemente anbringen, die die Energie in andere Richtungen ablenken. Die alten Chinesen haben für diesen Zwecke gerne Flöten verwendet. Sie sind rund und wirken heiter und lassen sich mit wenig Aufwand in beliebigen Richtungen anbringen. Ebenso könnte man kleine Fähnchen aufhängen oder ein Holzgitter mit diagonalen Stäben montieren.

 

 

 

 

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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Irmgard Brottrager
Über Irmgard Brottrager 758 Artikel
Irmgard Brottrager ist Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur, Fachredakteurin und Fengshuiberaterin in Graz. Sie beschäftigt sich vorzugsweise mit Aufgaben, die mit dem Menschen und seinem Umfeld zu tun haben. Irmgard erreicht ihr unter i.brottrager@everyday-feng-shui.de

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