Pool und Feng Shui

Spaß für Kinder und Abkühlung für Erwachsene: Echte Wasserratten nutzen jeden Sommertag, um sich treiben zu lassen und unterzutauchen. Doch wie lassen sich sterile Pool-Anlagen mit Naturgärten und Feng-Shui-Kriterien vereinbaren?

Schön integrierter Bali-Pool, Foto: a.canvas.of.light / flickr CC BY 2.0
Schön integrierter Bali-Pool, Foto: a.canvas.of.light / flickr CC BY 2.0

Beim Thema Pool scheiden sich die Geister

Die einen können sich ein Eigenheim ohne Pool kaum vorstellen, während die anderen schon tränende Augen bekommen, wenn sie nur an den Chlorgeruch denken. Während die einen daran zweifeln, ob der Kontakt mit Wasser überhaupt gesund sein kann – außer zu Reinigungszwecken, scheinen andere mit Schwimmhäuten geboren zu sein. Pools werden oft als Prestigesache gehandelt, denn die Errichtung eines Schwimmbeckens setzt nicht nur ein großzügiges Grundstück voraus, sondern ist auch recht kostenintensiv. Dabei gibt es auch für kleinere Geldbeutel und geringere Ansprüche reichlich Auswahl am Swimmingpool-Markt. Freilich ist nicht jeder Pool zum Schwimmen geeignet, aber zum Planschen, Spielen, Turnen und Relaxen reicht es allemal. Erstaunlich günstige Pools, Planschbecken und Zubehör sind zum Beispiel hier zu bekommen. Die Grenzen zwischen Badewanne, Whirlpool, Bade-Fass und Wasserbottich sind fließend. Hochpreisige Pools sind mit sehr viel Technik ausgestattet und bestehen aus Edelstahl oder vollständig gefliesten Becken. Aber auch ein gewöhnlicher Fertigteil-Pool kann jahrzehntelang halten.

Gartenpools und Feng-Shui-Qualitäten

Der Pool sollte sich möglichst nicht im Keller, auf einer Wohnebene oder auf dem Dach des Hauses befinden, weil Wasser instabil wirkt und gleichzeitig sehr schwer ist. Ansonsten ergibt sich ein Wohngefühl wie auf einem Hausboot oder über einem See. Gefüllte Wasserbecken sind mit stehenden Gewässern vergleichbar – Tümpel, Teichen und Seen. Der gesunde Hausverstand sagt uns, dass man von Gewässern besser einen Abstand einhält, denn sie können ernsthafte Schäden anrichten. Von einem kleinen Planschbecken geht zwar keine große Gefahr aus, aber es kann jederzeit platzen und auslaufen und den Inhalt auf den angrenzenden Fußböden verteilen. Es gibt mittlerweile genug solide Badewannen am Markt, die so groß sind, dass sie einen kleinen Pool ersetzen können. Diese haben allerdings den Nachteil, dass viel Wasser – und auch Zeit! – benötigt wird, um sie zu füllen. Wasser für die Badewanne ist nur für den einmaligen Gebrauch gedacht und wird nach der Benutzung wieder abgelassen. Damit das Wasser in einem Pool sauber bleibt, muss es sterilisiert werden. Gärten und Pools sind von Natur aus keine guten Freunde, weil im Pool alles stört, was der Garten abwirft: Blätter, Blüten, Zweige, Insekten, Erdkrümel und Steine zum Beispiel.

Mehr zum Thema: Schwimmbad und Feng Shui

Wie lassen sich Pools in Naturgärten integrieren?

Damit ein Pool lange sauber bleibt, benötigt er eine möglichst sterile Umgebung. Um den Kontakt mit Pflanzen zu vermeiden, werden die Becken gerne über dem Gelände gebaut und nicht in den Boden gegraben. Ein breiter, befestigter Saum um den Wasserrand herum dient nicht nur als Liegefläche, sondern hält auch die Natur fern. Pools sind mit Bäumen nicht kompatibel. Daher sieht man sie meist von kurz geschorenen Rasenflächen umgeben. Wer ein natürliches Ambiente möchte, sollte sich entweder für einen Schwimmteich entscheiden oder einen möglichst kleinen Pool wählen – idealerweise mit einer Holzverkleidung – auch BALI-Pool genannt. Je größer der Pool, umso größer ist auch der „Kahlschlag“, der im Garten entsteht. Und dieser Kahlschlag ist nicht nur optisch gemeint, sondern hier ist alles verpönt, was lebt. In der Natur bleibt stehendes Wasser nicht lange frisch. Es möchte sich bewegen oder wird zur Kloake. Damit ein Wasserbecken möglichst natürlich aussieht, ist eine gerundete Form zu empfehlen. Ansonsten kommt das fließende Wasser-Element kaum zur Geltung, weil es in einer harten Rechteckform eingesperrt ist.

Foto: James G /flickr CC BY 2.0
Foto: James G /flickr CC BY 2.0

Optische und technische Überlegungen

Ein stehender Pool wirkt optisch störender als ein eingegrabener Pool, hat aber hygienische Vorteile und lässt sich auch leichter entfernen. Ein tief liegendes Becken weckt Assoziationen mit einem Wassergraben. Unachtsame Besucher und Kinder können verunglücken. Zu viele sterile Flächen um das Haus herum wirken befremdlich. Oft wird auch die Einfahrt großflächig gepflastert, so dass sich eine riesige Beton- oder Stein-Insel ergibt. Je größer das Becken ist, umso schwieriger und aufwändiger ist die Beschattung. Gläserne Dachkonstruktionen können dazu führen, dass im Inneren störende Lichtreflexe und unerträgliche Temperaturen entstehen. Die Sonne, die im Wasser reflektiert wird, kann außerdem die Hitze in den angrenzenden Innenräumen verstärken. Wenn man nicht unbedingt schwimmen möchte, gibt es sanftere Möglichkeiten, Wasser in den Garten zu integrieren. Zum Beispiel in Form von Outdoor-Duschen, Springbrunnen oder Regenwassertanks. Was die Hygienetechnik betrifft, sind Methoden zu bevorzugen, die ohne Chemie auskommen.

Zum Weiterlesen: Feng Shui – Gartengestaltung mit Wasser


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Über Johanna Fritz 47 Artikel
Johanna ist freiberufliche Grafik-Designerin und Künstlerin. Sie berät das Team von Everyday Feng Shui bei der Website-Gestaltung und unterstützt bei redaktionellen Themen rund ums Wohnen und Einrichten. Johanna ist unser "Stil-Guru" und ihr erreicht sie unter j.fritz@everyday-feng-shui.de

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