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Die verhängnisvolle Energie von negativen Nachrichten

25. Juni 2017 - Irmgard Brottrager | 0 Kommentare

Wenn wir Worte an uns heranlassen, sollten wir vorsichtig sein! Die tägliche Überflutung mit Negativ-Nachrichten hat einen sehr deprimierenden Einfluss auf unser Gehirn.

Foto (C) Jason Ralston / flickr

Foto (C) Jason Ralston / flickr

 

Gehirn-Verschmutzung durch unreflektierte Berieselung

Das Lesen und Hören von Sprache hat enorme Auswirkungen. Das Gehirn kann nicht erkennen, ob eine Aussage stimmt, wenn wir sie nicht bewusst zuordnen und sie bewerten. Bei der Reizüberflutung, der heute die meisten Menschen ausgesetzt sind, bleibt keine Zeit, um über Gehörtes nachzudenken und es zu verarbeiten. Wir werden oft stundenlang berieselt und bekommen emotionsgeladene Ansichten eingetrichtert, die uns beeinflussen und fernsteuern. Alles, was wir ungefiltert in uns hineinlassen an fremden Meinungen und Informationen wirkt so, als hätten wir es selber gedacht.

Ohne dass wir es bewusst merken, ziehen uns negative Nachrichten so richtig runter. Sie bewirken, dass unser Energie-Niveau niedrig bleibt und dass wir abstumpfen. Dabei sind die meisten Meldungen völlig irrelevant für unser persönliches Leben. Es ist völlig unnötig, sich damit zu beschäftigen, weil sie uns nicht betreffen oder wir sowieso nichts machen können. Außerdem kommt es natürlich immer darauf an, wie man die Dinge betrachtet, und das ist eine sehr individuelle Geschichte. Was für den einen eine Katastrophe ist, findet der andere höchst erfreulich und wegweisend.

 

Bad News sind „Good News“ für die Medien-Inhaber und Verleger

Denn leider fahren vielen Menschen auf negative Schlagzeilen ab, weil sie Grenzwertiges, Gruseliges, Aufregendes und Spannendes lieben. Aber sie tun sich selbst nichts Gutes damit. Damit überhaupt noch jemand den Kopf hebt und reagiert, müssen die Nachrichten immer schockierender werden, denn wir können uns nicht ununterbrochen aufregen, ohne in der Klapsmühle zu landen. Jedes Medium möchte mehr Aufmerksamkeit als das andere und verursacht einen ständigen Stress durch unnötige Dramatisierung. Die Leserschaft reagiert unterschiedlich darauf. Viele wenden den Mainstream-Medien den Rücken zu und suchen sich im Internet bewusst Kanäle aus, die zu ihren Interessen passen. Es gibt aber auch viele, die süchtig sind nach Katastrophen-Meldungen und nach immer stärkeren Reizen gieren. Menschen mit gesundem Gefühlshaushalt fühlen sich durch die Negativflut überfordert, entmutigt, verunsichert, verwirrt und verängstigt. Sie machen sich Sorgen und lesen die Zeitungen nur noch flüchtig.

 

Psychodruck, Drama, Gewalt- und Kampf-Parolen

Bei Wirtschaftsnachrichten findet man praktisch keine Schlagzeile ohne Psychodruck, Gewalt- und Kampf-Ansagen. Die „alternativen“ Medien sind hier kein bisschen besser als die gleichgeschalteten „Etablierten“. Sie alle versuchen die Stimmung aufzuheizen, Wut, Trauer, Ohnmacht, Empörung, Hass, Entsetzen, Angst und Verzweiflung zu schüren mit heftigen Ausdrucksweisen. Wenn es nichts Negatives zu berichten gibt, werden reißerische Gerüchte gestreut. Oder man versucht es mit provokanten Fragen, um die Leser neugierig zu machen.

Was immer mehr fehlt, sind konstruktive Ideen, Zukunftsperspektiven und Lösungsansätze. Investigative, sachliche und gründliche Berichterstattungen, verschiedene Perspektiven und persönliche Meinungen statt kopierten Presse-Meldungen, die auf allen Kanälen gleichzeitig laufen. Möglichkeiten für die Leser (Zuhörer), Erkenntnisse zu gewinnen, aktiv zu werden und sinnvolle Beiträge zu leisten.

 

 

Foto (C) Silke Remmery / flickr

Foto (C) Silke Remmery / flickr

 

Info-Entertainment statt Information

Auch wenn es sich um keine Bad-News handelt, sollten wir es nicht übertreiben mit dem Konsum von Medien und Internet-Informationen. „In-Form-Ationen“ bringen den Menschen in eine bestimmte Form, indem sie seinen Geist bilden (= gestalten) durch die Übermittlung von Daten, die nur selten etwas mit sachlichem Wissen oder mit der Wirklichkeit zu tun haben. Das meiste sind einfach Geschichten, Märchen, Sagen, Interpretationen oder mediengerechte Inszenierungen. Für Journalisten ist es selbstverständlich, dass sie die recherchierten Daten für einen Artikel zu einer plakativen Story zurechtrücken, um einen Unterhaltungswert zu erzielen und Phantasien zu wecken. Sie müssen das tun, weil es verlangt wird und weil das Medium sonst nicht ankommt bei der Leserschaft. Je provokanter und extremer die Themen, umso höher sind wahrscheinlich die Einschaltquoten oder Verkaufszahlen. Eine Story sollte möglichst spannend gestaltet sein, einfach gestrickt und menschlich berührend, nicht zu anspruchsvoll und in Absätze gegliedert. Realitäten, die in keine Erzähl-Struktur passen, geben journalistisch nicht viel her und werden daher meist unterschlagen.

 

Eigene Nachrichten sind die besten Nachrichten

„Nach-Richten“ klingt nach nachträglichem Zurechtrücken im Sinne der Medien-Eigentümer. Am besten, man gewöhnt es sich an, alle Meldungen abzulehnen, die einen unseriösen Eindruck machen. Alles, was emotional daherkommt, obwohl es sich um keine persönlichen Geschichten handelt, ist effektheischend und auf das Schüren von Erregung aus. Man will ja schließlich keine Emotionen konsumieren, sondern seinen geistigen Horizont erweitern, oder? Was interessiert mich die gespielte Dauer-Aufregung von irgendwelchen Journalisten? Leider sind die meisten Menschen nicht fähig, mit nackten Tatsachen etwas anzufangen, wenn man ihnen nicht sagt, was sie darüber denken sollen. Die besten Nachrichten sind daher jene, die man nicht konsumiert, sondern selber recherchiert.

 

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Irmgard Brottrager, Dipl.Ing. für Architektur und Innenarchitektur,

Ganzheitliche Raum-Gestaltung und Europäisches Fengshui 

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